Grosszügiges Erbe

Branco Weiss vererbt ETH Zürich 100 Millionen

Unternehmer, Dozent und Mäzen: Der verstorbene Branco Weiss (Archiv)

Unternehmer, Dozent und Mäzen: Der verstorbene Branco Weiss (Archiv)

Der 2010 verstorbene Unternehmer vererbte der ETH Zürich ein Vermögen von rund 100 Millionen Franken. Das Geld fliesst in die von ihm initiierte Stiftung «Science in Society». Sein Gesamtvermögen beläuft sich auf etwa eine halbe Milliarde.

Am 31. Oktober 2010 verstarb Branco Weiss nach kurzer Krankheit - und vermachte der ETH Zürich ein grosszügiges Geschenk. Die Testamentseröffnung zog sich in die Länge, denn Weiss hinterliess nicht nur einen fixen Geldbetrag, sondern auch Firmenbeteiligungen, Kunstwerke und Immobilien. Laut «Tagesanzeiger» musste deren Gesamtwert zuerst errechnet werden.

Branco Weiss stammte aus einer jüdischen Familie aus dem Burgenland, die sich später in Kroation niederliess. Als Jugendlicher musste er vor den Faschisten in die Schweiz fliehen. Er studierte selbst an der ETH und gab dort später als Dozent Vorlesungen. Deswegen auch seine Verbundenheit mit der Schweizer Hochschule.

Er hinterliess das Vermögen der seit 10 Jahren bestehende Stiftung «Science in Society». Sie unterstützt talentierte Nachwuchsforscher aus der ganzen Welt. Wer ein Stipendium erhält, kann im Anschluss an seine Promotion während fünf Jahren an einem Institut seiner Wahl einem Thema seiner Wahl nachgehen. Er hatte diese Stiftung gegründet. Dank Branco Weiss kann sie nun langfristig fortbestehen.

Gesamtvermögen von 500 Millionen Franken

Die Zeitschrift «Bilanz» schätzte sein Vermögen ein Jahr vor seinem Tod auf rund eine halbe Milliarde. Als Sanierer von maroden Unternehmen und als Investor in Start-up Unternehmen hatte er sich dies erarbeitet. Am Donnerstag wird ETH-Präsident Ralph Eichler an einer Medienkonferenz ein Referat mit dem Titel «Branco Weiss, der grösste Mäzen der ETH Zürich, und sein Vermächtnis» halten.

Weiss war kinderlos gewesen und in zweiter Ehe verheiratet. Seine erste Frau war zum Zeitpunkt seines Todes schon verstorben. Wer also die anderen Erben sind, ist nicht ganz klar. Der Tagesanzeiger berichtet von Vermutungen, dass Weiss' Frau seinen letzten Willen angefochten hatte. Auch deshalb hat sich die Testamentseröffnung vermutlich so lange verzögert. Stellung dazu nehmen will aber weder Branco Weiss' Frau noch der Sprecher der ETH.

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