Flughafen
Boxenstopp in Zürich für 22 Räder, vier Triebwerke und 519 Passagiere

Bei einer A380 bleiben auf dem Flughafen Zürich weniger als zwei Stunden Zeit, um das Flugzeug nach der Landung wieder für den nächsten Start vorzubereiten. Das ist nur mit einer Heerschar an Personal zu bewältigen.

Manuel Navarro
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Nur etwas mehr als zwei Stunden bleiben dem Personal, um das Flugzeug für den Flug nach Dubai vorzubereiten. In dieser Zeit muss Gepäck aus- und eingeladen, die Kabine gereinigt und der sogenannte Transitcheck durchgeführt werden.

Nur etwas mehr als zwei Stunden bleiben dem Personal, um das Flugzeug für den Flug nach Dubai vorzubereiten. In dieser Zeit muss Gepäck aus- und eingeladen, die Kabine gereinigt und der sogenannte Transitcheck durchgeführt werden.

Manuel Navarro

Die Sanftheit, mit welcher der Airbus A380 der Emirates auf der Piste 14 aufsetzt, mutet fast unwirklich an. Das grösste serienmässig produzierte Passagierflugzeug gleitet kurz nach 13 Uhr scheinbar mühelos auf die Piste zu. Dass es bei der Landung bis zu 390 Tonnen wiegt, ist kaum vorstellbar. Sorgfältig und ohne Hüpfer setzt es auf seinen 22 Rädern auf und rollt anschliessend zum Flugsteig E67. Von dort soll die Maschine 2 Stunden und 15 Minuten später wieder zu ihrem Rückflug nach Dubai aufbrechen.

Wunderflieger A380:

Der Airbus A380
24 Bilder
Eine A380-Maschine der Emirates am Flughafen Zürich.
Ein A380 auf dem Weg zur Abflugbahn.
Besucher bestaunen bei einer Flugshow den Airbus A380.
Der Airbus A380 in der Luft. (Archiv)
Ein A380 der Singapore Airlines.
Ein A380 der Air France. (Symbolbild)
Mächtiges Flugzeug.
Sparsamere Triebwerke Ein Mechaniker testet für die Lufthansa Triebwerke des A380. (Archiv)
Blick in die Business Class anlässlich der Präsentation des A380 der «Emirates».
Das Cockpit des A380.
Airbus A380 beim Anflug in Zürich.
Das Cockpit ist vergleichsweise ebenso geräumig wie bei den Passagieren.
Der A380 im Vergleich zu einem kleineren Flugzeug.
Die Economy-Plätze.
Die Business-Class.
Blick in die First Class.
Wer es auf den Sitzen nicht mehr aushält, darf an der Bar ein Getränk geniessen.
Eine Journalistin liegt in der First-Class zur Probe.
Blick in die First-Class-Dusche.
Business-Class-Sitze.

Der Airbus A380

Keystone

Putzequipe schwärmt sofort aus

Anlässlich einer Medientour gewährt die Emirates einen Blick hinter die Kulissen eines Zwischenstopps der A380 in Zürich. Schnell wird klar, dass dabei alles sorgfältig orchestriert ist: Am Gate E67 wartet bereits eine ganze Heerschar von Personal auf das Flugzeug. Sobald der letzte Passagier die Maschine verlassen hat, schwärmt sofort eine Reinigungsequipe bestehend aus 22 Personen in die Kabine und putzt diese blitzblank. Gleichzeitig kümmert sich eine andere Mannschaft um das Entladen des Gepäcks und bringt kurz darauf die ersten Container mit den Koffern für den nächsten Flug zum Superjumbo. Eine andere Crew kümmert sich um das Catering: Mit fünf Lastwagen bringt sie das Essen für den knapp sechs Stunden dauernden Flug nach Dubai zur A380.

Im Cockpit der Maschine hat nach der Landung derweil ein Ingenieur Platz genommen. «Er macht den sogenannten Transitcheck», erläutert Thomas Gutte, der Kapitän der Maschine. «Der Ölstand wird gemessen, die Hydraulikflüssigkeit wird gecheckt, kleinere Defekte werden registriert und behoben.» Alle diese Arbeiten geschehen quasi gleichzeitig. Kurz vor 15.35 Uhr, der geplanten Abflugszeit, ist die A380 wieder startklar, und ­alle Passagiere sind an Bord.

Die A380, mit welcher die Fluggesellschaft Emirates jeweils den Nachmittagsflug nach Dubai durchführt, zählt 519 Passagierplätze: 429 davon in der Economy Class, 76 in der Business Class und 14 Privatsuiten in der First Class. «Für sämtliche Arbeiten, die am Flugzeug nach der Landung und vor dem nächsten Start durchgeführt werden müssen, stehen dem Bodenpersonal mindestens 105 Minuten zur Verfügung», erklärt Jürg Müller, der Country Manager Schweiz der Emirates .

Diese werden im Flughafenjargon «minimum turnaround time» genannt: Der Begriff bezeichnet die Zeitspanne, die ein Flugzeug zwischen zwei Flügen mindestens am Flugsteig zur Verfügung hat. Sie sollte möglichst kurz sein, darum muss speditiv gearbeitet werden.

Künftig gibt es mehr A380-Flüge

Die Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate setzt für die Strecke Zürich–Dubai seit 2014 am Nachmittag eine A380 ein. In Zukunft wird nicht nur einer, sondern werden zwei Flüge pro Tag durchgeführt: «Wegen der guten Nachfrage werden wir ab dem 1. Oktober auch am Abend eine A380 einsetzen», erklärt Müller. Damit werde man etwa 15 Prozent mehr Sitzplätze anbieten können.