"Von den Tropen in die Stube"
Botanischer Garten gibt Einblick in die farbenfrohen Gesneriengewächse

Gesneriengewächse sind farbenfrohe tropische Pflanzen, die nach dem Zürcher Naturforscher Conrad Gessner benannt sind. Der Botanische Garten der Universität Zürich beleuchtet sie noch bis 2. Oktober in der Ausstellung "Von den Tropen in die Stube - Vielfalt der Gesneriengewächse."

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Botanischer Garten Zürich Gesneriengewächse
7 Bilder
Wächst in Ecuador: Drymonia brochidodroma.
Die in Ecuador epiphytisch wachsende Kohleria affinis.
Auch die Neomortonia rosea gedeiht in Ecuador.
Asteranthera ovata: Wächst in Chile als Eqiphyte an Baumstämmen.
Eine beliebte Zimmerpflanze: Saintpaulia ionantha.
Blick auf die Ausstellung im Botanischen Garten der UZH

Botanischer Garten Zürich Gesneriengewächse

Conservatoire et Jardin botaniques de la Ville de Genève

Besucherinnen und Besucher erfahren mehr über den Ursprung und die Kultivierung der vielfältigen Pflanzenfamilie. Als Zierpflanzen sind die Gesneriengewächse Verkaufsschlager, in ihren Herkunftsländern sind sie zum Teil vom Aussterben bedroht. In der Ausstellung im Rahmen des Jubiläums zum 500. Geburtstag des Universalgelehrten Conrad Gessner ist auch eine Auswahl von Raritäten aus Afrika zu sehen.

Die Gesneriengewächse, die zur Ordnung der Lippenblütlerartigen zählen, zeichnen sich durch vielfältige Blütenformen und -farben aus. Verschiedene von ihnen werden als Zierpflanzen verwendet.

Alle Gesneriengewächse gehen zurück auf einen gemeinsamen Vorfahren vor etwa 70 Millionen Jahren. Sie umfassen über 3000 Arten, die sich über alle Kontinente hinweg in den Tropen finden. Fünf Arten kommen im Süden Europas vor, in den Pyrenäen und auf dem Balkan.

Die europäischen Gesneriengewächse der Gattung Ramonda haben eine grosse Ähnlichkeit mit der Zimmerpflanze Usambara-Veilchen, die aus den Usambara-Bergen in Tansania stammt. Die gezüchteten Formen der ursprünglich eingeführten Art zählen heute zu den am häufigsten gehandelten Zimmerpflanzen.

Viele Arten dieser Pflanze sind an ihrem natürlichen Standort bedroht, hauptsächlich durch die Zerstörung ihrer Lebensräume, aber auch durch unkontrolliertes Sammeln. Laut Peter Enz, Leiter des Botanischen Gartens, kommen die meisten der elf Wildarten nur noch in sehr kleinen Populationen in den Bergwäldern Ostafrikas vor. In botanischen Gärten würden sie vor dem Aussterben bewahrt.