Der Ingenieur wandte sein dreistes Geschäftsmodell dutzendfach an: Er mietete normale Wohnungen und richtete darin illegale Bordelle ein. "Mädchen-WGs" nannte er diese Betriebe. Wohnungsprostitution sei ein Zukunftsmodell, sagte er gegenüber dem "Blick".

Eine "Mädchen-WG" richtete der 46-Jährige im Frühling 2017 auch in Kloten ein, wo er eine 4-Zimmerwohnung gemietet hatte. Schon wenige Wochen nach seinem Einzug erstattete die Baupolizei Anzeige, weil die Freier ein und aus gingen. Die Stadt erliess eine Verfügung, die ihm den Betrieb untersagte - er hielt sich jedoch nicht daran.

Das Statthalteramt verhängte daraufhin an vier Daten Bussen wegen Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung. Inklusive Gebühren betrug jeweils eine davon knapp 3000 Franken. Diese 12'000 Franken wollte "Huren-Heiko", wie er in der Presse auch genannt wird, jedoch nicht zahlen, weshalb es zum Prozess kommen sollte.

Rekurs gilt als zurückgezogen

Doch er tauchte nicht auf, und damit muss er die Bussen theoretisch bezahlen. Ein Nichterscheinen gilt als Rückzug des Rekurses. Ob er tatsächlich zahlen wird, ist jedoch fraglich, denn niemand weiss, wo sich der Mann aufhält. Auch das Gericht nicht.

Angaben über "Huren-Heikos" Aufenthaltsort hätte auch gerne ein Vermieter erhalten, der extra dafür ans Gericht kam. Auch in seiner Liegenschaft richtete der Ingenieur, der am Anfang einen guten Eindruck gemacht habe, ein Bordell ein.

Nun hat er keine Adresse, an die er die Betreibung wegen ausstehender Mieten schicken könnte. Wehren könne man sich als Vermieter wegen des Schweizer Mietrechts leider kaum, sagte er. Ihm bleibe nur übrig, die Hürden für Mieter künftig höher anzusetzen.

In die Schlagzeilen kam der 46-jährige Bordell-Betreiber erstmals, weil er eine seiner "Mädchen-WGs" in der Wohnung einer Zürcherin eingerichtet hatte, die für einen Sprachaufenthalt in Hawaii war. Sie hatte ihm die Wohnung für diese Zeit möbliert untervermietet.