Zürich-Seebach

Bombenleger von Seebach sitzt in Untersuchungshaft

Der Rohrbombenleger von Zürich-Seebach hat sich der Polizei gestellt. Seit dem 8. Juli sitzt der Mann in Untersuchungshaft. Wegen Wiederholungsgefahr wurde die Haft Mitte September verlängert.

Die Bundesanwaltschaft bestätigte am Dienstag eine Meldung von Tagesanzeiger.ch/Newsnet.

Der Mann hatte Ende Juni auf einem Firmenareal im Zürcher Seebach-Quartier zwei selbstgebastelte Rohrbomben gelegt. Ein Mitarbeiter entdeckte die Sprengsätze.

Eine Bombe war an einem Zaun befestigt, die zweite lag in unmittelbarer Nähe auf dem Boden. Eine der beiden Bomben war bereits detoniert, die zweite wurde von der Polizei unschädlich gemacht. Weil es um Sprengstoff geht, ist die Bundesanwaltschaft für die Ermittlungen zuständig.

Fünf Tage nach dem Fund tauchte auf der Internetseite Indymedia ein Bekennerschreiben eines Unbekannten auf. Der Schreiber warf der betroffenen Kanalreinigungsfirma zahlreiche Fehlleistungen vor und bezeichnete die beiden Sprengsätze als «Abrechnung». Zudem kündigte er an, sich der Polizei zu stellen.

Kein politischer Hintergrund

Laut Bundesanwaltschaft sind die Abklärungen in Bezug auf den Tathergang und das Material inzwischen abgeschlossen. Der Beschuldigte machte «weitergehende Ausführungen zum Tatvorgehen».

Auskunft gab der Mann insbesondere zum Einkauf der bei der Tat verwendeten Materialien. Auch zu den Tatvorbereitungen, darunter Internetrecherchen, der Platzierung der Bomben sowie zu seinen Beweggründen machte er Angaben.

Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass es sich um einen Einzeltäter handelt. Zudem gibt es derzeit keine Anhaltspunkte auf einen politischen Hintergrund der Tat. Auch Verbindungen zu politischen Gruppierungen sind nicht bekannt.

«Der Anschlag galt seinem Ex-Arbeitgeber», schreibt die Bundesanwaltschaft. Gemäss seinem Bekennerschreiben handelte es sich um eine Abrechnung zwischen ihm und dem Geschäftsführer dieser Firma. Alter und Nationalität des Mannes wollte die Bundesanwaltschaft nicht bekanntgeben.

Meistgesehen

Artboard 1