Tötungsdelikt
Bluttat von Zürich-Oerlikon ist noch immer ungeklärt

Das im Oktober 2009 in Zürich-Oerlikon verübte Tötungsdelikt an einer Bangladescherin gibt der Staatsanwaltschaft nach wie vor Rätsel auf. Die Kantonspolizei Zürich hat deshalb für Hinweise eine Belohnung von bis zu 10000 Franken ausgesetzt.

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Keystone

Die 41-jährige Frau wurde am Morgen des 19. Oktober 2009 vor einem Mehrfamilienhaus im Zürcher Stadtquartier Oerlikon erschossen. Sie war gerade dabei, zu ihrem Auto zu gehen. Mit diesem wollte sie zur Arbeit in einem Schuhgeschäft am Flughafen Zürich fahren. Die Obduktion ergab, dass sie durch mehrere Schüsse getötet worden war.

Nach der Bluttat wurden drei Männer, darunter der 53-jährige Ehemann der Getöteten, verhaftet und in Untersuchungshaft gesetzt. Während man die beiden anderen bereits Ende Oktober wieder auf freien Fuss setzte, wurde der Ehemann erst Ende Mai 2010 wieder aus der Untersuchungshaft entlassen.

Weiterhin ein Rätsel

Trotz intensiver Ermittlungen der Kantonspolizei und der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich habe man das Tötungsdelikt bisher nicht aufklären können, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag gemeinsam mit.

«Die Ermittlungen laufen weiter, und deren Ausgang ist offen», sagte die zuständige Staatsanwältin Françoise Stadelmann auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Ehemann weiter unter Tatverdacht

«Der Tatverdacht gegen den Ehemann besteht weiterhin», sagte Stadelmann weiter. Da gemäss Haftrichter jedoch keine akute Flucht- oder Kollusionsgefahr mehr bestand, musste der ebenfalls aus Bangladesch stammende Mann freigelassen werden. Den Pass musste er abgeben.

Ermittelt wurde laut Mitteilung auch im Umfeld des Opfers, und zwar in Atlanta (USA) sowie in Dhaka und Chittagong (Bangladesh), heisst es weiter. «Dort wurden insbesondere Familienangehörige befragt», sagte Stadelmann. Leider hätten diese Ermittlungen aber keine neuen Erkenntnisse gebracht.

Die beiden Kinder des Ehepaars waren nach der Tat von der Vormundschaftsbehörde betreut und an einem anderen Ort untergebracht worden. Mittlerweile leben sie wieder beim Vater, wie die Staatsanwältin sagte. «Dies hat die Vormundschaftsbehörde verfügt.»