ZVV-Bahnhöfe
Blinklichter und Warntöne informieren künftig vor Zugdurchfahrten

An Zürcher Bahnhöfen wird ein neues System eingeführt, um wartende Personen vor durchfahrenden Zügen zu warnen: Künftig machen Blinklichter und ein gut hörbarer Ton auf die herannahende Gefahr aufmerksam.

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Blinklichter und Töne lösen die Durchsagen für vorbeifahrenden Zügen ab.

Blinklichter und Töne lösen die Durchsagen für vorbeifahrenden Zügen ab.

Keystone

An Zürcher Bahnhöfen wird auch in Zukunft nicht generell vor durchfahrenden Zügen gewarnt. Die heute an wenigen Bahnhöfen gemachten Durchsagen "Achtung Zugsdurchfahrt" gelten als nicht zielführend und werden nur noch in Stettbach und Hardbrücke beibehalten. Daran ändert auch der Unfall in Kloten nichts.

Für die SBB ist klar: Wer sich auf dem Perron hinter der weissen Linie aufhält, ist sicher und wird nicht durch vorbeifahrende Züge gefährdet. Deshalb muss auch nicht vor Durchfahrten gewarnt werden.

Zwei Ausnahmen auf ZVV-Gebiet gibt es allerdings, die Bahnhöfe Stettbach und Hardbrücke, in denen es zu Stosszeiten etwas eng werden kann. Wie ein SBB-Sprecher am Donnerstag auf Anfrage der sda sagte, wird dort auch in Zukunft mit einer Durchsage gewarnt.

An den wenigen anderen Stationen, an denen es bisher Durchsagen gab, werden sie eingestellt. In Oerlikon, dem einzigen Bahnhof auf ZVV-Gebiet mit relativ vielen Durchfahrten, ist damit Schluss, sobald die Perrons fertig ausgebaut sind. Die Anlagen sind dann genügend breit, auch in Stosszeiten.

Kinderwagen rollte auf die Geleise

An allen Bahnhöfen Warn-Durchsagen einzuführen, hält die SBB für nicht zielführend, da diese die Sicherheit nicht erhöhen würden. An dieser Haltung ändert auch der tragische Unfall von Ende April in Kloten nichts, bei dem ein Kinderwagen mit einem Baby auf die Geleise rollte und unter einen Güterzug geriet. Das Kind starb.

Die Mutter, die gerade damit beschäftigt war, am Automat ein Billett zu lösen, bemerkte offenbar nicht, dass ein Güterzug heranrollte. Was damals genau passierte, wird gegenwärtig von der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) untersucht.

Neues Warnsystem

Gemäss Angaben des Regierungsrates wird - unabhängig von diesem Unfall - ein neues System eingeführt. Durchsagen wird es auf Zürcher Gebiet dann keine mehr geben. Akustische Hinweise in einer Landessprache seien nicht mehr zeitgemäss und würden die Sicherheit auf den Perrons nicht verbessern.

Künftig sollen Passagiere deshalb von einer Kombination aus Warnblinker und Warnton auf durchfahrende Züge aufmerksam gemacht werden. Die bestehenden Durchsagen sollen nur noch als Übergangsmassnahme geduldet werden, bis die Personenwarnanlagen installiert sind.

Gemäss Auskunft der SBB ereigneten sich im Kanton Zürich in den vergangenen zehn Jahren einschliesslich des Unfalls in Kloten vier Vorfälle mit Kinderwagen. Bei den anderen drei Vorfällen waren die Wagen jedoch leer und die Kinder blieben unverletzt.