Es ist eine lange und für Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger (FDP) unerfreuliche Geschichte: 20 Millionen Franken wollte er ursprünglich aus dem Lotteriefonds entnehmen für eine grossangelegte Studie zum Gesundheitsverhalten der Zürcher Bevölkerung. 20'000 Zürcherinnen und Zürcher sollten 25 Jahre lang beobachtet werden.

Dann hatte der Kantonsrat im Sommer vor einem Jahr aber der Langzeitstudie "Health of Population Project Zurich" (HoPP) die Finanzierung verweigert. Ein Forschungsprojekt könne nicht über den Lotteriefonds finanziert werden, sondern müsse über das ordentliche Staatsbudget laufen, wurde argumentiert.

Ein halbes Jahr später versuchte es Heiniger wieder und zwar mit einem Kreditantrag: Der Kanton solle in den Jahren 2018 bis 2027 jeweils zwei Millionen Franken - insgesamt 20 Millionen Franken über zehn Jahre - für das Projekt leisten. Das Parlament lehnte diese Idee aber im Rahmen der Budgetdebatte aus Spargründen erneut ab.

Keinen Sinn für Kompromiss

Am Montag nun befasste sich der Kantonsrat erneut mit der unendlichen Geschichte. Und wieder musste der Gesundheitsdirektor eine Schlappe hinnehmen. Das Parlament sprach sich mit 90 zu 83 Stimmen gegen den Objektkredit für die Langzeitstudie aus. Neben der eigenen Partei, der FDP, unterstützen nur SP und GLP Heiniger.

Um doch noch eine Einigkeit zu finden, hatten Vertreter dieser drei Parteien einen Kompromiss vorgeschlagen: Der Kredit von 20 Millionen Franken sollte je zur Hälfte zu Lasten der Leistungsgruppen "Prävention und Gesundheitsförderung" und "Somatische Akutversorgung und Rehabilitation" bewilligt werden.

Die Gegner des Kredits waren sich einig, dass eine zürcherische Studie keinen Sinn mache. Wenn schon, müssten Menschen aus der ganzen Schweiz beobachtet werden. Ebenfalls klar war für sie, dass die Finanzierung für solche Forschungsprojekte über Forschungsgelder und nicht über ein kantonales Budget laufen müsse.

1.30 Franken pro Jahr und Einwohner

Gesundheitsdirektor Heiniger sprach jedoch von einem"innovativen Ansatz". "Wir könnten damit die notwendigen Grundlagen für die zukünftige Gesundheitsversorgung erbringen", versuchte er die Räte zu überzeugen. Er rechnete ihnen vor, dass das Projekt die Einwohner und Einwohnerinnen nur gerade 1.30 Franken pro Jahr kosten würde.

Die Universität Zürich geht für das Forschungsprojekt von Kosten von rund 31 Millionen Franken im Lauf von zehn Jahren aus. Daran leistet das Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention (EBPI) rund sechs Millionen Franken aus dem ordentlichen Budget der Universität, rund fünf Millionen sind von Dritten beizusteuern.

HoPP Zürich hätte auch mehr Aufschluss über den Verlauf von Krankheiten geben sollen. 70 Prozent aller Todesfälle in der Schweiz gehen auf Krebs, Herz-Kreislauf-Krankheiten, COPD, Demenz und Diabetes zurück.