Klimawandel

Bis zu 14'000 Jahre alt: Forscher isolieren DNA aus uralten Zürcher Föhren

Ein Teil der über 250 bis zu 14'000 Jahre alten Föhrenstrünke, die 2013 in Zürich entdeckt wurden. (Archiv)

Ein Teil der über 250 bis zu 14'000 Jahre alten Föhrenstrünke, die 2013 in Zürich entdeckt wurden. (Archiv)

Für die Forscher war der Fund wie ein Sechser im Lotto: 2013 wurden auf einer Baustelle im Zürcher Binz-Quartier über 250 bis zu 14'000 Jahre alte Baumstrünke entdeckt. Im Reinluftlabor der WSL ist es nun gelungen, DNA aus dem steinzeitlichen Holz zu isolieren.

Anhand der Jahrringe lässt sich das Klima nach der letzten Eiszeit rekonstruieren und so eine Lücke in der Klimazeitreihe schliessen, wie die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) am Montag mitteilte.

Ausserdem hoffen die Wissenschaftler, dass die DNA der Bäume ihnen verrät, wie die Wiederbewaldung des heutigen Schweizer Mittellandes nach dem Rückzug des Eises vor sich ging.

Doch Erbgut aus so altem Holz zu isolieren ist äusserst schwierig, denn die noch vorhandene DNA in den Binz-Hölzern ist stark beschädigt. Ausserdem muss sichergestellt werden, dass die analysierte DNA nicht von Pflanzenresten aus späteren Zeiten stammt.

Moderne Labormethoden

Mit modernen Labormethoden und in dem speziell für solche Untersuchungen eingerichteten Reinluftlabor konnte WSL-Genetiker Christoph Sperisen mit seinem Team nun die steinzeitliche DNA entschlüsseln. Voraussetzung dafür war die gründliche Reinigung des Holzes mit Laserlicht und Javel-Wasser.

Analysen ergaben, dass es sich bei den untersuchten Bäumen um Waldföhren handelt. Mit weiteren genetischen Untersuchungen, will Sperisen nun herausfinden, wie die Binz-Föhren auf vergangene Klimaveränderungen reagierten. Die Bäume wuchsen in einer Periode mit starken klimatischen Umbrüchen, und die Forschung trägt dazu bei, die Auswirkungen des heutigen Klimawandels besser zu verstehen.

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