Tagesschulen
Bis 2025: Zürcher Volksschulen sollen Tagesschulen werden

Das Pilotprojekt «Tagesschule» ist in sieben städtischen Schulen in Planung. Eine definitive Umsetzung soll in einer zweiten, späteren Phase entschieden werden.

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Tagesschule
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Über Mittag würden die Kinder eine warme Mahlzeit bekommen und von Fachleuten betreut werden.
Die Tagesschule sei ein familienfreundliches Schulmodell, das sowohl den Eltern als auch den Kindern entgegenkommt.
Ab Schuljahresbeginn 2014/15 hat die Schule am Wasser schon freiwilligen Mittagstisch für Schülerinnen und Schüler eingerichtet, ein zentrales Element der Tagesschule.
Das Pilotprojekt ist in sieben städtischen Schulen in Planung.

Tagesschule

Matthias Scharrer

Das geplante Pilotprojekt dauert von 2015 bis 2018, muss allerdings erst noch vom Gemeinderat bewilligt werden. Dafür beantragt der Stadtrat einen Kredit von 19,1 Millionen Franken.

Am Projekt beteiligt sind die Schulen Aegerten (Uto), Am Wasser (Waidberg), Albisriederplatz (Limmattal), Balgrist-Kartaus (Zürichberg), Blumenfeld (Glattal), Leutschenbach (Schwamendingen) und Schauenberg (Glattal). Das dort erprobte Modell ist freiwillig, wie das Schul- und Sportdepartement am Dienstag mitteilte.

In den genannten Schulen bleiben die Kinder mit Nachmittagsunterricht über Mittag im Schulhaus. Sie erhalten eine warme Mahlzeit und werden von Fachleuten betreut. Das Angebot kostet sechs Franken pro gebundenem Mittag. Der Beitrag beläuft sich damit pro Quartal auf 110 Franken im 2. Kindergarten, 160 Franken in der Primarschule und 220 Franken in der Sekundarschule.

Ergänzend steht das heutige Betreuungsangebot zur Verfügung. Damit ist laut Mitteilung bei Bedarf eine Betreuung von 7 bis 18 Uhr sichergestellt.

Falls Eltern nicht wollen, dass ihre Kinder an den gebundenen Mittagen in der Schule bleiben, können sie ihre Sprösslinge abmelden. In diesen Fällen werde die zuständige Kreisschulpflege eine Lösung finden, heisst es weiter.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessernGemäss Vision des Stadtrats und der Präsidentinnen- und Präsidentenkonferenz soll bis 2025 die Tagesschule in der ganzen Stadt zur Regel werden. Stadtrat Gerold Lauber (CVP) ist überzeugt, dass die «Tagesschule 2025» einem gesellschaftlichen Bedürfnis entspricht und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für alle Beteiligten verbessert.

Die Tagesschule sei ein familienfreundliches Schulmodell, das sowohl den Eltern als auch den Kindern entgegenkommt, sagte Lauber am Dienstag vor den Medien. Zudem sei das Modell auch finanziell interessant. Längerfristig rechne die Stadt mit jährlichen Einsparungen von 30 bis 40 Millionen Franken.

Im Anschluss an das Pilotprojekt will die Stadt in einer zweiten Phase bei der kantonalen Bildungsdirektion einen Schulversuch anregen, bei dem die Kinder verpflichtet wären, an den gebundenen Mittagen in der Schule zu bleiben. Der Versuch soll zeigen, welche pädagogischen Auswirkungen die Tagesschule hätte und ob das Modell auf Zustimmung stösst.