Zürich
Binz-Besetzer werden zur Kasse gebeten: Stadt verlangt 34'000 Franken

Die Party von Mitte Juli auf dem ehemals besetzten Binz-Areal in der Stadt Zürich hat auch ein finanzielles Nachspiel.

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Im Juli feierten Besetzer auf dem Binz-Areal.

Im Juli feierten Besetzer auf dem Binz-Areal.

Keystone

Filippo Leutenegger, FDP-Stadtrat und Vorsteher des Tiefbauamtes verlangt von den Besetzern, die Rechnung für die Entsorgung von sieben Tonnen Abfall zu übernehmen. Rund 34'000 Franken kosteten die Aufräumarbeiten, wie die «Neue Zürcher Zeitung» am Mittwoch berichtete.

Ein Sprecher aus Leuteneggers Amt bestätigte die Forderung an die Besetzer. Leutenegger habe entschieden, die Kosten von den Verursachern zurückzufordern. Die Forderung werde in eine Strafanzeige integriert, welche der Kanton als Besitzer des Geländes erstattet habe.

Binz-Besetzung
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Filippo Leutenegger an der Pressekonferenz
2 Jahre Brache - jetzt kommt die Rache: die Besetzer reden nicht um den Brei herum.
In der Nacht gingen einige Lärmklagen bei der Polizei ein.
Die Besetzer fordern mehr zahlbaren Wohnraum in der Stadt Zürich.

Binz-Besetzung

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Bereits bei der Räumung des Areals im Mai 2013 hatten die Behörden Kosten von 150'000 Franken auf die Besetzer überwälzen wollen. Dies gelang jedoch nicht, weil die Verursacher nicht persönlich identifiziert werden konnten. Dies soll nun laut NZZ anders sein. Die Polizei habe die Personalien von hundert Besetzern erfasst.

In der NZZ äussern sich Exponenten von rechts und links positiv zum Entscheid des Stadtrats. Private Veranstalter müssten auch für die Reinigungskosten ihrer Partys aufkommen, sagte SP-Gemeinderat Alan Sangines der Zeitung.

Angriff auf Leutenegger

Nach anfänglichem Widerstand hatte die Polizei Mitte Juli die Besetzer gewähren lassen, weil sie grössere Ausschreitungen befürchtete. Während die Party weitgehend friedlich blieb, kam es zu einem Zwischenfall, als sich Stadtrat Leutenegger vor Ort ein Bild der Lage machen wollte. Er wurde von einem jungen Mann angepöbelt und geschubst. Leutenegger verzichtete indes auf eine Anzeige.

Das Binz-Areal war bereits zwischen Mai 2006 und Mai 2013 besetzt. Auf dem Grundstück sollen nun 180 Studios für das Personal des Universitätsspitals, 150 Studios für Studenten sowie Ateliers und günstige Zimmer für Kurzaufenthalter entstehen. (trs)