Lindau
Bildungs- und Forschungszentrum AgroVet eröffnet

Das landwirtschaftliche Bildungs- und Forschungszentrum AgroVet in Lindau hat den Betrieb aufgenommen: Bei der offiziellen Eröffnung am Freitag sprachen die Verantwortlichen von einer Kooperation, die national und international einzigartig sei.

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Am Standort des landwirtschaftlichen Kompetenzzentrums Strickhof in Lindau ist in den vergangenen beiden Jahren unter anderem ein neuer Milchviehstall für 128 Kühe erstellt worden, der über einen Melkstand mit Melkrobotern verfügt.

Zudem wurde ein "Stoffwechselzentrum mit Stoffwechselstall und Respirationskammern für Gross- und Kleintiere" realisiert. Hier kann etwa erforscht werden, welche Fütterungsbedürfnisse Milchkühe nach der Geburt haben oder wie sich die Fütterung auf die Methanemission von Wiederkäuern auswirkt.

Im weiteren entstanden auf dem Strickhof-Areal auch ein Forum für Veranstaltungen mit bis zu 300 Zuschauern sowie ein Büro- und Laborgebäude mit 50 Arbeitsplätzen.

Forschung, Lehre und Praxis verbinden

Die verschiedenen Teile am AgroVet-Strickhof seien vom Typ her an sich nicht neu, wird Baudirektor Markus Kägi (SVP) in einer Medienmitteilung vom Freitag zitiert. Diese Kuhställe, Silos und Büros gebe es bereits in unzähligen Varianten. "Aber als ein Ganzes hat die Welt so etwas noch nie gesehen."

Denn in Lindau kooperieren die ETH Zürich, die Universität Zürich sowie das kantonale Kompetenzzentrum für Bildung und Dienstleistungen in Land- und Ernährungswirtschaft Strickhof. So werden Forschung der Hochschulen und Praxis der Landwirtschaftsschule verbunden.

Damit könnten Fragestellungen aus den Bereichen Nutztierwissenschaften und Tiergesundheit interdisziplinär und praxisnah angegangen werden, wie es auf der AgroVet-Internetseite heisst. Dies erfolgt unter dem ganzheitlichen Ansatz "From Feed to Food" - also angefangen von der Futtermittelerzeugung über die Fütterung bis hin zur Gewinnung von Lebensmitteln.

Einzigartige Nähe

Die betrieblichen und inhaltlichen Synergien, die sich durch die Kooperation und räumliche Nähe ergeben, seien national und international einzigartig, heisst es in einer Mitteilung der Zürcher Baudirektion vom Freitag. "AgroVet-Strickhof wird einen substantiellen Beitrag zu einer adäquaten Versorgung mit gesunden Nahrungsmitteln aus nachhaltiger Produktion leisten."

Das gemeinsame Bildungs- und Forschungszentrum haben Regierungsrat Markus Kägi, ETH-Präsident Lino Guzzella und Universitätsrektor Michael Hengartner am Freitag feierlich eröffnet. Am Samstag und Sonntag stehen sämtliche Anlagen der Öffentlichkeit zur Besichtigung offen.

Für AgroVet hatte der ETH-Rat einen Investitionskredit von 36,8 Millionen Franken bewilligt (Stoffwechselstall und Laborgebäude). Der Kantonsrat sprach einen Objektkredit von 29 Millionen Franken (Rindvielstallungen und Forum).

Der Regierungsrat musste kurzfristig zusätzliche 2,9 Millionen genehmigen, wie er diesen Februar mitteilte: Wegen "Unzulänglichkeiten" der ursprünglichen Generalplanerin kam es zu Kostenüberschreitungen.