Bei der Wahl seiner Standorte hat der Kaufmännische Verband stets ein gutes Näschen bewiesen. Das «Kaufleuten» liegt im Zentrum der Stadt und die Berufsschule am Escher-Wyss-Platz in Zürichs Trendquartier. Diesen Monat hat die KV Zürich Business School (KVZBS) in der renovierten Sihlpost ihre neusten Mieträume bezogen.

Ein Steinwurf vom Hauptbahnhof entfernt, inmitten der Europaallee, umgeben von weiteren Bildungsinstituten wie der Pädagogischen Hochschule und der Hochschule für Wirtschaft Zürich. 7 Millionen Franken hat sich die KVZBS den Mietausbau kosten lassen.

Im ersten und zweiten Obergeschoss – darüber wird demnächst Google einziehen – nutzt sie die ganze Fläche des 123 Meter langen und geschichtsträchtigen Gebäudes. 24 Schulungsräume für 16 bis 100 Personen stehen zur Verfügung sowie sieben Sitzungsräume für zehn bis zwölf Personen. Dazu ein grosszügiger Empfangsbereich, wo sich Interessierte kostenlos beraten lassen können, bevor sie sich für einen der über 200 Bildungsgänge entscheiden.

Gestern konnte sich die Öffentlichkeit ein Bild des neuen Instituts machen. Am «Open House»-Tag durften die Besucher an verschiedenen Kurz-Seminaren teilnehmen: zu Themen wie «Bewerbung in der heutigen Zeit» oder «Grundwissen Social Media». Auch die Mietnachbarn – das Hiltl-Restaurant und das Restauran Piu von Bindella – boten als Gastreferenten 20-minütige Weiterbildungshäppchen an.

Bildung als Erlebnis. Dieses Motto gilt für Urs Achermann, Direktor Weiterbildung der KVZBS, nicht nur am Tag der offenen Tür. Im hart umkämpften Weiterbildungsmarkt müsse die KVZBS mehr bieten als Unterricht «in stinknormalen Zimmern», sagt Achermann. In den neuen Räumen wird mit interaktiven Touch-Displays, elektronischen Lehrmitteln und einer eigenen Lernplattform gearbeitet. Auf das klassische Lehrerpult wurde verzichtet. Dafür bespielen die Dozenten und Studenten die Bildschirme von ihren Tablets aus.

Firmen können für ihre Tagungen Seminar- und Konferenzräume mieten und haben die Wahl, nur die Infrastruktur zu nutzen oder die Lerninhalte von der KVZBS zu beziehen. «Auf Wunsch organisieren wir massgeschneiderte Kurse – oder auch gleich den Lunch», sagt Tanja Michel, die das Bildungszentrum leitet. Die Bedürfnisse der Firmen und Arbeitnehmenden haben sich auch im Bildungsbereich verändert. Das zeigt sich etwa bei den Weiterbildungen an Abenden und Wochenenden. «Die Kursteilnehmer wollen nicht unbedingt ihre Freizeit opfern und sich lieber tagsüber weiterbilden», sagt Urs Achermann.

Mehr Kurse im Angebot

Im Schulhaus am Escher-Wyss -Platz konnte die KVZBS diesem Bedürfnis nicht mehr vollumfänglich gerecht werden, da die Räume am Tag vor allem von den KV-Lernenden benutzt werden. Die Grundbildung im Auftrag des Kantons bleibt eine zentrale Aufgabe des Kaufmännischen Verbands Zürich. Geschäftsführer Rolf Butz betont jedoch, dass Weiterbildungen schon immer ein wichtiges Anliegen des KV Zürich waren.

Den Umzug in die Sihlpost hat die KVZBS deshalb dazu genutzt, dieses Angebot auszubauen - mit neu über 140 Seminaren. Sie sollen vermehrt erfahrene Berufsleute ansprechen, die sich in einem bestimmten Gebiet in kurzer Zeit gezielt und praxisbezogen auf den neusten Stand bringen wollen.