Der Beschwerdeführer und seine Freunde lieben hohe Geschwindigkeiten. Mit ihren Autos, die sie sich gegenseitig auch ausleihen, führen sie immer wieder Raserfahrten durch. Dabei filmen sie ihre illegalen Ausflüge gerne mit dem Handy.

So auch im Januar 2016, als der Beschwerdeführer seinem Kollegen einen Audi auslieh und die Fahrt vom Beifahrersitz aus filmte. Die Aufnahme zeigt auf dem Tacho, wie das Auto auf 227 Stundenkilometer beschleunigt. Danach schwenkt das Handyfilmchen auf den Beifahrer, den Kläger.

Obwohl dieser nicht selber am Steuer sass, machte die Staatsanwaltschaft danach kurzen Prozess und zog seine Autos ein, darunter auch einen Ferrari - aus Sicherheitsgründen. Der Beschwerdeführer weist zwar keine einschlägigen Vorstrafen auf, allerdings wurde ihm bereits zwei Mal der Fahrausweis entzogen.

Kein Beweis für Raserfahrt

Der Freund schneller Autos argumentierte, dass er mit dem Ferrari nie gerast sei und er ihm zurückzugeben sei. Die Kratzer im Frontspoiler würden nur daher stammen, dass er einen Randstein touchiert habe.

Dabei handle es sich aber höchstens um eine Verkehrsregelverletzung, nicht aber um ein schweres Verkehrsdelikt. Er reichte deshalb beim Obergericht Beschwerde gegen die Einziehung ein.

Das Obergericht gab dem Mann zwar Recht, dass eine Raserfahrt mit dem Ferrari nicht bewiesen sei. Aufgrund der gesamten Umstände entstehe aber der Eindruck, er habe nicht nur eine Vorliebe für schnelle Fahrzeuge und hohe Geschwindigkeiten, sondern lege auch keinen Wert auf Verkehrsvorschriften.

Das erkenne man auch daran, dass er seine Freunde nicht davon abhalte, die Regeln zu brechen. Stattdessen filme er sie auch noch mit dem Handy. Dementsprechend sei zu befürchten, dass der Ferrari in seinen Händen tatsächlich ein Risiko für die Verkehrssicherheit darstelle. Die Beschlagnahme des Sportwagens sei deshalb angebracht.