Bezirksgericht
Bezirksgericht befasst sich mit Korruption in der Verwaltung

Ein ehemaliger Manager der Stadtzürcher Immobilienverwaltung hat sich am Mittwoch vor dem Zürcher Bezirksgericht wegen passiver Bestechung zu verantworten gehabt. Das Urteil wird später eröffnet.

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Bezirksgericht Zürich (Archiv)

Bezirksgericht Zürich (Archiv)

Keystone

Der heute 57-jährige ehemalige Objektmanager war laut Anklage für Umgebungsarbeiten und Spielplatzinstallationen bei Liegenschaften verantwortlich. Dabei soll er einem Bauunternehmer diverse lukrative Aufträge zugeschanzt und dafür Zuwendungen kassiert haben - zwischen Herbst 2007 und Anfang 2011 insgesamt insgesamt 378'000 Franken.

Weitere gut 30'000 Franken soll ihm ein Malermeister bezahlt haben. Alle drei Männer standen am Mittwoch vor Gericht. Der Maler schilderte die Übergaben als filmreife Vorgänge: In einer Zeitung versteckt habe er die Geldnoten dem Beamten beim Spazieren zugesteckt. Im Frühling 2011 flogen die Machenschaften des Managers auf.

Der hauptbeschuldigte ehemalige Beamte ist grundsätzlich geständig, bestreitet aber die Höhe des Geldbetrags. Als Motiv für seine Bestechlichkeit gab er an, nach seiner Scheidung in einer Lebenskrise gesteckt zu haben. Heute arbeitet er nach eigenen Angaben als Projektleiter bei einer privaten Baufirma. Unschuldig erklärten sich dagegen die beiden Mitbeschuldigten.

Die Anklage fordert für den ehemaligen Beamten eine bedingte Freiheitsstrafe von 22 Monaten, eine bedingte Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 80 Franken und eine Busse von 1000 Franken. Dem Kanton Zürich soll er eine Ersatzforderung von 50'000 Franken abliefern.

Für den Bauunternehmer verlangt die Staatsanwaltschaft 18 Monate bedingt, eine bedingte Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 400 Franken sowie 4800 Franken Busse. Den Malermeister will der Ankläger mit einer bedingten Geldstrafe 300 Tagessätzen à 290 Franken sowie 8000 Franken Busse bestraft sehen.

Die Verteidigerin des Hauptbeschuldigten anerkannte die Hauptvorwürfe. Sie plädierte aber auf eine deutlich mildere Strafe von 12 Monaten bedingt. Die beiden anderen Verteidiger peilen Freisprüche mangels Beweisen an.

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