Uetikon

Beweis, dass es eine zweite Kanti im Bezirk braucht: Neues Gymiprovisorium ist auf Anhieb ausgebucht

In knapp 100 Tagen werden die ersten 100 Schülerinnen und Schüler ins Gymiprovisorium in Uetikon einziehen.

Die Kantonsschule Uetikon startet im August mit vier vollen Klassen ins erste Schuljahr. Einzelne Bewerber wurden sogar in andere Gymnasien umverteilt. Bis 2022 wird das Provisorium auf 20 Klassen verfünffacht und die Schülerzahl auf 500 erhöht.

Einen besseren Beweis hätte es nicht geben können für die Notwendigkeit einer zweiten Kantonsschule im Bezirk Meilen. Das Angebot im Gymiprovisorium von Uetikon wird gleich im ersten Schuljahr, das im August beginnt, voll ausgeschöpft. Es wurden sogar ein paar Schülerinnen und Schüler mehr als die geplanten 100 zugelassen.

Trotzdem hätten einige Bewerber in andere Gymnasien umverteilt werden müssen, erklärt Niklaus Schatzmann. «Der Andrang war gross», sagt der Amtschef des Mittelschul- und Berufsbildungsamts des Kantons Zürich. «Besonders freut es uns, dass auch für das Kurzzeitgymnasium grosses Interesse besteht.» Bei den 15-Jährigen steige üblicherweise die Attraktivität von Schulen in der Stadt. «In dem Alter ist der Reiz, nach Zürich in die Schule gehen zu können, natürlich gross», fügt er an.

Schwerpunkt Informatik

Damit seien die Erwartungen an die Nachfrage erfüllt. «Offenbar sprach es sich schnell herum, dass Uetikon ein attraktiver Standort ist», sagt Schatzmann. Dies, obwohl der Schulbetrieb bis 2028 nur in einem Provisorium aus zwei Pavillons im Dorfzentrum geführt wird. Erst danach erfolgt die Übersiedlung ins neue Gymnasium auf dem Areal der Chemie Uetikon direkt am See. Es wird Platz für 1000 Schülerinnen und Schüler bieten – fast doppelt so viele wie in der bisher einzigen rechtsufrigen Kantonsschule in Küsnacht. Der Unterricht in Uetikon startet mit je zwei Klassen aus dem Lang- und dem Kurzzeitgymnasium. Sukzessive wird die Klassenzahl bis zum Schuljahr 2022/23 auf 20, die Schülerzahl auf 500 erhöht. Die neue Kantonsschule bietet neusprachliche, mathematisch-naturwissenschaftliche und wirtschaftlich-rechtliche Ausbildungen an.

Grossgeschrieben wird hier die Informatik. Gemäss Niklaus Schatzmann seien IT-Fächer in allen Zürcher Langzeitgymnasien vertreten, «weil aber Uetikon gleichzeitig mit dem Lehrplan 21 beginnt, wird die IT-Ausbildung besonders gewichtet.»

Uetikon nimmt keinem Gymnasium Schüler weg – weder Küsnacht noch Stadelhofen, Rämibühl, Hohe Promenade oder einer anderen Zürcher Mittelschule. «Uetikon fängt das Wachstum auf», erklärt Amtschef Schatzmann. «Wir stehen erst am Anfang dieses Wachstums.» Auch das nächstes Jahr startende Gymiprovisorium in Au/Wädenswil werde nur das Bevölkerungswachstum bei den Gymischülerzahlen decken – bei gleichbleibender Gymnasialquote. «Das zeigt, dass wir die Schülerzahlen ziemlich exakt kalkuliert haben», sagt Schatzmann.

Linksufrige Schüler wird es in Uetikon kaum geben. Im Gegensatz zur Kanti in Küsnacht gibt es keine direkte Schiffsverbindung. Weil ohnedies 2019 das erste Gymnasium am linken Ufer öffnet, werden die Schüler vom oberen Teil des Bezirks Horgen weiterhin die Mittelschulen in Zürich und in Küsnacht besuchen. Uetikon dient von Beginn weg der Strategie der Bildungsdirektion, Schulwege zu verkürzen. Daher steht das 22. Zürcher Gymnasium hauptsächlich den Schülerinnen und Schülern aus der Region Pfannenstiel zur Verfügung. Dass der Bedarf gross ist, zeigen die neuesten Zahlen zu den Gymiprüfungen.

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