Gegen den 37-jährigen LKW-Chauffeur, welcher am 29. Februar den Unfall an der Sihlhochstrasse verursachte und in die Sihl stürzte, läuft ein Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung. Insgesamt sechs Fahrzeuge wurden vom Lastwagen erfasst. Neben dem Chauffer, der mit Beinverletzungen ins Spital eingeliefert wurde, erlitten zehn weitere Autofahrer Verletzungen.

Weshalb es zum Unfall kam, ist weiterhin unklar. Gemäss Staatsanwalt Markus Fasano wird nach dem Ausschlussprinzip vorgegangen. Der Chauffeur sei weder unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln gewesen, wie ein toxikologisches Gutachten zeigte, noch habe er unzulässig lange am Steuer gesessen.

Auch ein technischer Defekt am Lastwagen sei nicht vorhanden gewesen. «Der Lastwagen war in Ordnung, die Bremsen hätten funktioniert, wenn gebremst worden wäre – aber es wurde nicht gebremst», sagt Fasano zum «Tagesanzeiger».

Chauffeur fuhr einfach weiter

Denn der Chauffeur sei nach der Kollision einfach weitergefahren, ohne zu bremsen und habe so das Mäuerchen durchbrochen, um danach in die Sihl zu stürzen. Obwohl die Staatsanwaltschaft sich nicht dazu äussern wollte, ist ein Motiv wie Fahrerflucht nicht auszuschliessen, wie der «Tagesanzeiger» schreibt.

Der Chauffeur habe den vermeintlich offenen Weg auf dem Brückenstummel genommen, nachdem er durch die Kollision aufgeschreckt war. Es sei davon auszugehen, dass dem ortsunkundigen Chauffeur nicht bewusst war, dass die von ihm gewählte Fahrspur nur wenige Meter weit führt und dann in luftiger Höhe abrupt endet.

Obwohl der Chauffeur dies bestreitet, geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der 37-Jährige eingenickt oder abgelenkt war, als er auf die stehende Autokolonne auffuhr.

Von den zehn weiteren verletzten Unfallopfern haben zwei Strafanzeigen eingereicht. Bis Ende Mai bleibe Zeit, weitere Anzeigen zu erstatten. Für die Kosten der Brückenreperaturarbeiten, die noch diese Woche beginnen, muss der Chauffeur beziehungsweise dessen Versicherung aufkommen.