Zürcher Obergericht
Betrügerischer Zürcher Versicherungsberater kommt glimpflich davon

Ein Versicherungsberater, der bei seinem früheren Arbeitgeber 120'000 Franken illegal abgezweigt hat, kommt straffrei davon. Das Zürcher Obergericht bestätigte den Schuldspruch der ersten Instanz, sah aber von einer Bestrafung ab, weil der Beschuldig

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Das Zürcher Obergericht dah von einer Bestrafung ab, weil der Beschuldigte den Schaden zurückgezahlt hat.(Archiv)

Das Zürcher Obergericht dah von einer Bestrafung ab, weil der Beschuldigte den Schaden zurückgezahlt hat.(Archiv)

Keystone

Der heute 43-jährige Kaufmann aus dem Zürcher Unterland war vor sechs Jahren Geschäftsführer einer Pensionskasse mit Geschäftssitz in Baden AG. Im Sommer 2006 kam es zum Streit mit dem Inhaber der Stiftung, und der Versicherungsberater wurde fristlos entlassen.

Nur einen Tag später brachte der Beschuldigte mit einem Code für Insider rund 120'000 Franken der Stiftung an sich. 20'000 Franken davon überwies er einem Arbeitskollegen. Das geschädigte Unternehmen erstattete Strafanzeige gegen den ehemaligen Geschäftsführer.

Im Mai 2011 verurteilte das Bezirksgericht Zürich den italienischen Staatsangehörigen wegen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage zu einer bedingten Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu 200 Franken. Der Mann legte Berufung ein und verlangte kürzlich vor dem Zürcher Obergericht einen Freispruch.

Über die Schuld des Versicherungsberaters waren sich die Oberrichter in ihrem am Freitag eröffneten Urteil einig. Entscheidend für die Straffreiheit sei, dass der Täter inzwischen der Stiftung rund 100'000 Franken zurückgezahlt hat.

Zum einen habe der Täter den Schaden wiedergutgemacht. Zum anderen erklärte die geschädigte Firma ihr Desinteresse an der Strafverfolgung des Beschuldigten. Ausserdem stand lediglich eine bedingte Strafe zur Debatte.

Dem Versicherungsberater wurde eine Prozessentschädigung von 3000 Franken zugesprochen. Allerdings soll er auch einen Teil der Gerichtskosten in der Höhe von rund 5000 Franken bezahlen.