Züri Fäscht
Besucherrekord: 2,3 Millionen Besucher feiern friedlich am Züri Fäscht

2,3 Millionen Besucherinnen und Besucher haben am Wochenende bei schönstem Sommerwetter das "Züri Fäscht" gefeiert. Teilweise war der Andrang so gross, dass es weder ein Vorwärts noch ein Rückwärts gab. Trotzdem blieb die Stimmung meist friedlich.

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Züri Fäscht 2013
14 Bilder
Blickfang 1: Amphibienfahrzeuge im Zürichsee
Was bleibt: Berge von Abfall
«Züri rocks»
Blickfang 2: Hoch hinaus mit dem Water Jet Pack
Das Feuerwerk versetzte einmal mehr alle Besucher des Züri Fäschts ins Staunen.
Die Zeit am St. Peter steht still für den Hochseilkünstler aus der Familie Bügler.
Vom Turm der St.Peters Kirche bis zum Grossmünster spannt sich das Seil in 55 Metern Höhe.
Das Volk kam in Scharen nach Zürich und genossen bei herrlichem Wetter das Züri Fäscht.
Durch den Gotthard kam man wohl noch nie so schnell, wie am diesjährigen Züri Fäscht. Der Gastkanton Tessin liess sich einiges einfallen.
Das Feuerwerk vom Amphibien-Fahrzeug aus betrachten blieb nur wenigen Besuchern nicht verwehrt.

Züri Fäscht 2013

Keystone

Polizei sowie Schutz & Rettung zogen eine positive Bilanz. Das "Züri Fäscht" verlief nach Zeitplan und ohne grössere Zwischenfälle, wie die Organisatoren am Sonntagabend mitteilten. Auch aus Sicht der Polizei ist der Grossanlass problemlos verlaufen, vor allem angesichts der grossen Zahl der Festgäste.

Dennoch kam es zu Streiterein, die aber meist glimpflich verliefen. Ein 25-jähriger Thurgauer erlitt allerdings am Samstagabend lebensgefährliche Schnittverletzungen. Er war am Sechseläutenplatz von zwei Unbekannten mit einer abgebrochenen Flasche angegriffen worden. Die Kantonspolizei Zürich hat die Ermittlungen aufgenommen.

Hells Angels gestoppt

Insgesamt wurden 14 Personen bei tätlichen Auseinandersetzungen so stark verletzt, dass sie im Spital behandelt werden mussten. Am Samstag stoppte die Polizei eine Gruppe von Hells Angels und Mitgliedern anderer Motorradclubs. Sie stellte bei den 160 Rockern über 140 Waffen sicher, darunter fünf Faustfeuerwaffen.

Schutz & Rettung musste über 600 Personen verarzten - vor allem wegen Schnittverletzungen, Schürfungen oder zu hohem Alkoholkonsum. Ausserdem gab es Blasen an den Füssen, Kreislaufprobleme oder Prellungen. Schwere Verletzungen waren keine dabei, sagte ein Mediensprecher gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Publikumsgeschmack getroffen

Die Organisatoren wollten zeigen, dass das "Züri Fäscht" aktueller sei denn je, hatte OK-Präsident Robert Kaeser bei der offiziellen Eröffnung am Freitagabend gesagt. Und die Zahl der Besucherinnen und Besucher gibt ihm recht: Das Fest ist ein Publikumsmagnet.

Vor allem die beiden Feuerwerke erwiesen sich erneut als Höhepunkte des dreitägigen Festes, das seit 1951 alle drei Jahre stattfindet und als grösstes Volksfest der Schweiz gilt. Rund 900'000 Menschen liessen sich am Freitag vom italienischen Feuerwerker Antonio Parente in den Bann ziehen.

Am Samstag verzauberte Joachim Berner aus Stuttgart (D) sein Publikum. Zum Auftakt sprangen 40 beleuchtete Fallschirmspringer aus dem dunklen Himmel über dem Seebecken. Rund 1,1 Millionen Zuschauer verfolgten das Spektakel.

Stau auf der Münsterbrücke und am Bürkliplatz

Der Andrang führte nach dem Feuerwerk am Samstag zu mehreren Engpässen, vor allem beim Bürkliplatz und an der Münsterbrücke. Einige Personen wurden leicht verletzt, als sie nach einem Ausweg aus diesem Gedränge suchten und am General-Guisan-Quai den Zaun zum Park des Hotels "Baur au Lac" übersteigen wollten. Aus Sicherheitsgründen wurde ein Tor in den Park geöffnet, um den Druck aus dem Menschenstrom zu nehmen.

Wer es ruhiger wollte, kam schon am Morgen aufs Festgelände. Vor allem Familien wussten die Gemütlichkeit zu schätzen. Allerdings kamen in diesem Jahr die Besucherinnen und Besucher derart früh, dass sie noch den Reinigungstrupps etwas in die Quere kamen.

Rund 130 Festwirtschaften und über 300 Marktstände sorgten für das leibliche Wohl der Gäste, 60 Schausteller mit Buden und Bahnen für Unterhaltung. In Zukunft soll das "Züri Fäscht" qualitativ wachsen und nicht quantitativ, wie OK-Sprecherin Eve Baumann am Sonntag sagte.

SBB zufrieden

Positiv fällt auch die Bilanz der SBB aus. Es habe keine Unfälle, keine Verspätungen und keinen Vandalismus gegeben, sagte SBB-Sprecher Stephan Wehrle der Nachrichtenagentur sda. Zum "Züri Fäscht" waren 450 zusätzliche S-Bahnen im Einsatz. Mehrere Extrazüge verkehrten nach Bern, Basel, Luzern und Chur. Ausserdem gab es über 1000 zusätzliche Tram- und Busverbindungen.