Zürich
Besuch internationaler Schulen in Zürich soll eingeschränkt werden

Wer sein Kind im Kanton Zürich auf eine internationale Schule schicken will, muss dafür in Zukunft bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Die Bildungsdirektion hat dies in einer Regelung beschlossen, die ab dem Schuljahr 2012/13 in Kraft treten soll.

Merken
Drucken
Teilen
Die Zurich International School (ZIS) in Adliswil ist vom Entscheid betroffen. Die neue Regelung sei ein bedauerlicher Rückschritt und krasser Widerspruch zu anderen Kantonen, sagte dessen Direktor Peter C. Mott.

Die Zurich International School (ZIS) in Adliswil ist vom Entscheid betroffen. Die neue Regelung sei ein bedauerlicher Rückschritt und krasser Widerspruch zu anderen Kantonen, sagte dessen Direktor Peter C. Mott.

Keystone

Vorgesehen ist, dass künftig nur noch diejenigen Kinder eine internationale Schule besuchen dürfen, deren Eltern nur vorübergehend im Kanton wohnen.

Ausserdem soll der Besuch einer internationalen Schule dann möglich sein, wenn die Kinder ihre Schullaufbahn in einem nicht deutschsprachigen Land begonnen haben oder die Eltern glaubhaft machen können, dass sie ihren Wohnsitz in ein fremdsprachiges Land verlegen wollen. Nicht betroffen von der Neuregelung sind alle, die bereits eine internationale Schule besuchen.

Hintergrund dieser neuen Regelung ist das Zürcher Volksschulgesetz, dessen Umsetzung bis Ende des Jahres abgeschlossen sein soll, wie Martin Wendelspiess, Chef des Volksschulamts, eine Meldung der «Neue Zürcher Zeitung» vom Mittwoch bestätigte. Im Gesetz heisst es, dass die Bildungsdirektion regele, unter welchen Voraussetzungen Kinder eine internationale Schule besuchen können.

Zweisprachigkeit als Option

Mit der neuen Regelung gehe es nicht darum, die internationalen Schulen zu bekämpfen oder die Wirtschaft zu behindern, sagte Wendelspiess gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Im Gegensatz zu anderen Privatschulen erhielten die internationalen Schulen vom Kanton sogar finanzielle Unterstützung für Bauten.

«Die Kinder von international mobilen Eltern können die Schulen auch künftig ohne Einschränkung besuchen,» sagte Wendelspiess. Es gehe vielmehr um Integration und dafür sei die deutsche Sprache wichtig, sagte Wendelspiess. Für Eltern gebe es auch die Möglichkeit, ihre Kinder auf eine zweisprachige Schule zu schicken.

Aber auch innerhalb der internationalen Schulen, könnte man zweisprachig fahren und diesen Zweig für alle Interessierten öffnen. Der Lehrplan müsste dem des Kantons Zürich entsprechen, aber nicht identisch sein, sagte der Chef des Volksschulamts.

«Bedauerlicher Rückschritt»

Die neue Regelung sei ein bedauerlicher Rückschritt und krasser Widerspruch zu anderen Kantonen, sagte Peter C. Mott, Direktor der Zurich International School (ZIS). Das Argument mit der Integration sei schwer nachzuvollziehen. Auch die internationalen Schulen müssten sich an kantonale Richtlinien anpassen und Deutsch oder Schweizer Geschichte unterrichten.

Wie die internationalen Schulen überprüfen sollen, ob ihre zukünftigen Schülerinnen und Schüler die nötigen Voraussetzungen erfüllen und wie ein Verstoss sanktioniert würde, wissen diese noch nicht. «Wir suchen nach wie vor das Gespräch mit der Bildungsdirektion,» sagte Urte Sabelus, Sprecherin der ZIS.

Insgesamt besuchten im vergangenen Jahr rund 1,9 Prozent der Schüler der Primar- und Sekundarstufe I im Kanton Zürich eine internationale Schule.