In ihrem Strafbefehl legt die Staatsanwaltschaft das Strafmass auf eine bedingte Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 100 Franken fest, wie die Oberstaatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte.

Ein weiteres Verfahren gegen den Mitarbeiter der Fachgruppe Milieu/Sexualdelikte (MSD) wurde eingestellt. Dabei ging es um Amtsgeheimnisverletzung, Amtsmissbrauch und Begünstigung. Die Vorwürfe konnten nicht nachgewiesen werden oder waren verjährt.

Ebenfalls eingestellt wurde gemäss Mitteilung das Verfahren gegen eine MSD-Mitarbeiterin. Ihr war vorgeworfen worden, sie habe sich von einem Wirt einladen lassen und habe ihn im Gegenzug nicht kontrolliert und damit vor einer möglichen Strafverfolgung geschützt. Diesen Vorwurf habe die Untersuchung widerlegt, schreibt die Oberstaatsanwaltschaft.

Nicht erhärtet werden konnte zudem der Verdacht, die Frau habe gegen sexuelle Dienstleistungen vertrauliche Daten aus dem elektronischen Polizeisystem POLIS an eine Prostituierte weitergeleitet. Das Verfahren wegen Begünstigung, passiver Bestechung, Vorteilsannahme und Amtsmissbrauchs wurde deshalb eingestellt.

Verfahren gegen MSD-Chefin eingestellt

Auch gegen die seinerzeitige MSD-Chefin war ermittelt worden. Ihr war vorgeworfen worden, sie habe einen mutmasslich fehlbaren Polizisten weder angezeigt noch ihrem Offizier gemeldet und ihn damit der Strafverfolgung entzogen. Das Verfahren wurde eingestellt, so die Mitteilung. Es sei nicht nachweisbar gewesen, dass die Frau von den Verfehlungen ihres Mitarbeiters gewusst habe.

Alle Verfahren standen im Zusammenhang mit der so genannten Zürcher Polizeiaffäre: Seit Herbst 2013 wurde gegen elf Mitarbeitende der Stadtpolizei-Fachgruppe Milieu/Sexualdelikte wegen Verdachts auf verschiedene Delikte ermittelt.

Die jetzt publizierten Verfügungen der Staatsanwaltschaft sind noch nicht rechtskräftig. Weitere Verfahren wegen Begünstigung und Korruption gegen zwei ehemalige Polizeifunktionäre sind noch hängig.