Kanton Zürich
Besondere Vorsicht beim Feuermachen geboten - noch kein Feuerverbot

Zürich -Wegen der ungewöhnlichen Trockenheit ist besondere Vorsicht geboten beim Feuern im Freien. Ein Feuerverbot ist im Kanton Zürich zurzeit jedoch nicht vorgesehen, wie die kantonale Baudirektion am Donnerstag mitteilte.

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Feuer machen verboten: Ein Schild auf einer Waldlichtung warnt vor der Waldbrandgefahr (Archiv).

Feuer machen verboten: Ein Schild auf einer Waldlichtung warnt vor der Waldbrandgefahr (Archiv).

Keystone/ARNO BALZARINI

Metzger und Bierbrauer hören derzeit den Wettervorhersagen natürlich gerne zu: Am Wochenende dürfte es erneut schön und heiss sein – und damit werden deren Produkte wieder äusserst gefragt sein. Nicht nur entlang der Limmat werden wieder viele Feuer entfach und Würste grilliert. Förstern und Feuerwehrleuten wird es langsam aber etwas bang; sie hätten gegen ein paar Regenwolken nichts einzuwenden.

Denn angesichts der heissen, trockenen Witterungsverhältnisse, die nun schon einige Wochen anhalten, sind die Böden in der Schweiz langsam ausgetrocknet. Bereits sieben Kantone – unter anderem die beiden Basel, Graubünden und das Wallis – haben ein Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe erlassen. Dort dürfte auf freiem Feld (mit der notwendigen Vorsicht) noch grilliert werden. Anders im Tessin; dort ist ein generelles Feuerverbot im Freien in Kraft.

Im Kanton Zürich und in der Ostschweiz blieb die Waldbrandgefahr lange gering; bis zu Beginn dieser Woche galt lediglich die Warnstufe 2, was einer «mässigen Gefahr» entspricht. Seit Dienstag stuft das zuständige Amt für Landschaft und Natur der kantonalen Baudirektion die Gefahr nun als «erheblich» ein (Stufe 3).

Langsamer Anstieg der Gefahr

«Als es in anderen Regionen der Schweiz trocken blieb, waren bei uns zwischenzeitlich noch Niederschläge zu verzeichnen», sagt Baudirektionssprecher Markus Pfanner. Doch nun, zeitlich etwas verzögert zur Restschweiz, steigt die Gefahr von Waldbränden auch im Kanton Zürich. Und es dürfte nicht bei einer «erheblichen Gefahr» bleiben. Angesichts der Wetterprognosen, die unverändert ein Anhalten der Hitzeperiode und bis zum Wochenende nur vereinzelte Schauer vorsehen, dürfte noch in dieser Woche die Gefahr auf Stufe 4 und damit auf «gross» heraufgesetzt werden. Entschieden ist dies zwar noch nicht. Doch Markus Pfanner hält dieses Szenario angesichts der Wetterdaten «für sehr gut möglich».

Die Zürcher Baudirektion hat inzwischen auch, wie dies in derartigen trockenen Phasen üblich ist, das Monitoring verstärkt. Normalerweise meldet aus jedem der sieben Forstkreise ein Revierförster seine Beobachtungen. Gestern Mittwoch wurden nun drei pro Kreis befragt. Dadurch erhalten die Verantwortlichen noch mehr Informationen darüber, wie trocken die Bodenoberfläche, das heruntergefallene Laub und Astwerk derzeit ist. Spätestens heute Donnerstag sollen diese Informationen ausgewertet sein – und die Gefahrenstufe daraufhin allenfalls heraufgesetzt werden.

Vorsicht ist geboten

Verbote bestehen im Kanton Zürich derzeit keine. Es gilt, wie es offiziell heisst eine «Mahnung zu sorgfältigem Umgang mit Feuer im Wald und in Waldesnähe und im Freien». Im Hinblick auf das Grillier-Wochenende rät Markus Pfanner insbesondere, im Freien nur bestehende, befestigte Feuerstellen zu nutzen – und nicht auf dem trockenen Grasboden eine eigene zu basteln. Dass Zigaretten und Zündhölzer nicht unbedacht weggeworfen und ein Feuer nach dem Ende des Grillplauschs vollständig gelöscht werden sollten, dürfte sich von selbst verstehen.

Eine grosse Frage stellt sich nun auch auf den bevorstehenden 1. August: Der Nationalfeiertag wird ja mit Höhenfeuern und mit noch viel mehr Feuerwerk begangen – macht dem nun die Trockenheit einen Strich durch die Rechnung?

Im Kanton Zürich wurde letztmals 2006 ein generelles Feuerverbot erlassen. Vom 29. Juli bis zum 3. August waren damals nicht nur die grossen Höhenfeuer und das Abfeuern von Feuerwerk untersagt. Es waren auch, wie es in der Medienmitteilung der kantonalen Führungsorganisation hiess, «keine offenen Feuer im Freien (auch nicht in Gärten, auf Balkonen oder Grillplätzen)» erlaubt, das «Grillieren mit Grilleräten, die mit Holz, Kohle oder Holzkohle betrieben werden» war ebenfalls untersagt.

Bis zum 1. August dauert es noch zweieinhalb Wochen. Eine verlässliche Prognose lässt sich natürlich noch nicht machen – damit bleibt vorerst alles offen. Klar ist einzig: Es braucht mehr als einen kurzen Schauer, damit sich die Lage entspannt und die Waldbrandgefahr zurückgeht.

Zu Beachten beim Feuermachen im Freien

Raucherwaren und Zündhölzer nicht wegwerfen.

Feuer nur in befestigten Feuerstellen entfachen.

Feuer immer gut überwachen und anschliessend vollständig mit Wasser löschen.

Funkenflug ist sofort zu löschen

Quelle: Baudirektion Kanton Zürich

Die Gefahr von Flur- oder Waldbränden ist besonders gross an sonnigen Waldrändern, an lichten Stellen im Wald sowie an Südhängen und windexponierten Lagen. Trockene Gräser und Laub können schnell in Brand geraten.

Daher sollten Feuer nur in befestigten Feuerstellen entfacht, gut überwacht und anschliessend vollständig mit Wasser gelöscht werden, wie es in der Mitteilung heisst. Raucherwaren und Zündhölzer dürfen nicht weggeworfen werden.