Nach Ansicht des Anzeigeerstatters hat sich der Staatsanwalt des Amtsmissbrauchs schuldig gemacht. Es seien wohl «auch andere Personen bei der Staatsanwaltschaft Zürich darin verwickelt», schreibt der Kläger in seiner Anzeige, die er am Donnerstag auch den Medien zukommen liess.

Am 25. Juli war bei der Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige «gegen unbekannte Eltern und Ärzte des Kinderspitals Zürich» eingegangen. Die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich beschloss darauf, keine Strafuntersuchung einzuleiten.

Seit Anfang Juli ist ein neuer Artikel des Strafgesetzbuches in Kraft, der die Verstümmelung weiblicher Geniatlien unter Strafe stellt. Der Nationalrat hatte den Strafartikel ausdrücklich nicht auf die Beschneidung der männlichen Genitalien ausgedehnt. Diese werde grundsätzlich nicht als problematisch erachtet, schrieb der Staatsanwalt in einem Brief an den Anzeigeerstatter.

Untersuchungen durch die Staatsanwaltschaft seien nur aufgrund einer Anzeige in einem konkreten Fall möglich, wenn beispielsweise eine Beschneidung nicht unter hygienischen Bedingungen durchgeführt werde oder ein Elternteil seine Einwilligung verweigere.

Der zuständige Staatsanwalt hat nach Ansicht des Anzeigeerstatters sein Amt dazu missbraucht zu verhindern, dass gegen Ärzte des Zürcher Kinderspitals ein Strafverfahren wegen einfacher Körperverletzung durchgeführt wird, heisst es in der Strafanzeige.