Das Belcafé beim Bellvue ist das schönste Café der Stadt Zürich. Dies ist zumindest die Ansicht des Schweizer Heimatschutzes. Ein Kunsthistoriker und ein Fotograf, reiste während vier Monaten durch die gesamte Schweiz und führte sich literweise Espresso, Cappuccino und Latte Macchiato zu Gemüte. Daraus entstand eine Liste mit 150 Lokalen, woraus die besten 74 Kaffeestuben ausgewählt wurden - «vom altehrwürdigen Tea Room bis zur modernen Espressobar, vom gemütlichen Arvenstübli bis zum lichtdurchfluteten Neubau», ist im Vorwort des Café-Führers zu lesen.

Werden nur die Stadtzürcher Cafés berücksichtigt, folgt auf das Belcafé, das Confiserie Café Sprüngli und das Odeon.

Dauerwelle und Kaffeestube - beides Auslaufmodelle?

Der Heimatschutz liess sich von einem bedauernswerten Umstand zum Café Führer inspirieren: «Mit dem Aussterben der Damen mit Dauerwelle hat auch ein Café-Sterben eingesetzt», erklärt erklärt Patrick Schoeck vom Schweizer Heimatschutz. Aber diesen Verlust will der Heimatschutz nicht einfach so hinnehmen: Es gelte, nicht nur das antike Mobiliar, sondern auch der Tea Room an sich als Kulturgut zu begreifen und zu schützen.
Schoeck begrüsst darum, dass heute vermehrt auch junge Café-Besitzer altes Mobiliar nicht herausreissen, sondern das Lokal weiterführen «ohne den 50er-Jahre-Groove zu verändern.»

Allerdings geht es dem Heimatschutz nicht nur darum, altes zu bewahren. Auch eine Reihe hochmoderner Café-Tempel in urbanen Metropolen haben es in den Führer geschafft.

Den Café-Führer «Die Schönsten Cafés und Tea Rooms der Schweiz» kann man für 16 Franken unter www.heimatschutz.ch bestellen.