Tixi-Taxi
Bekommt «Tixi-Taxi» bald Staatsgelder?

Der Fahrdienst für Menschen mit einer Behinderung hat finanzielle Probleme. Nun stelllt der Regierungsrat Staatsgelder für «Tixi-Taxi» in Aussicht.

Alfred Borter
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Rettung für «Tixi-Taxi»

Rettung für «Tixi-Taxi»

Limmattaler Zeitung

Der 1983 ins Leben gerufene Verein Tixi, welcher einen Fahrdienst für Menschen mit einer Behinderung anbietet und wegen der bei weitem nicht kostendeckenden Tarife auf private Spenden angewiesen ist, kam in eine finanzielle Schieflage, als die Spenden nicht im nötigen Mass eingingen. Die Volksinitiative «SOS für Tixi» hätte Abhilfe schaffen sollen.

Ungünstig formuliert

Allerdings war die Initiative derart ungünstig formuliert, dass bei einer Annahme der Inititiave Tixi für 52000 Fahrten (Grundlage 2006) 1,7Millionen Franken erhalten würde, doch müssten die 6 Millionen Franken gestrichen werden, die jetzt vom Zürcher Verkehrsverbund an die Stiftung ProMobil ausgerichtet werden; diese stellt dank Beiträgen an privaten Taxiunternehmen und gemeinnützige Organisationen den Transport für einen Teil der Behinderten sicher. Schon der Regierungsrat hatte daher beantragt, einen Gegenvorschlag auszuarbeiten, der Tixi Beiträge verschafft, aber ProMobil nicht den Garaus macht.

Dieser Gegenvorschlag kam im Kantonsrat gut an. Die Schlussabstimmung findet zwar erst nach den Herbstferien statt, doch erklärten sämtliche Fraktionen, sie seien im Grunde einverstanden. Tixi verdiene Unterstützung, wurde vorgebracht, vor allem der Einsatz der freiwilligen Fahrerinnen und Fahrer, die ihre Arbeit ehrenamtlich leisteten, sei lobenswert. Und es sei selbstverständlich, dass Behinderte, die den öffentlichen Verkehr nicht benützten könnten, Anspruch auf einen Taxidienst hätten.

Fuder nicht überladen

Allerdings warnte Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker davor, das Fuder zu überladen. So müsse man die Zahl der Fahrten, auf die ein Anspruch bestehe, auf 47 beschränkt werden, zudem sollen Personen in guten wirtschaftlichen Verhältnissen vom subventionierten Transportdienst ausgeschlossen werden. Wollte man diese Einschränkungen fallen lassen, entstünden Kosten von 24 bis 100Millionen Franken, was nicht finanzierbar wäre.

Thea Mauchle (SP, Zürich), selber auf den Rollstuhl angewiesen, fand es zwar unfair, dass nicht alle Personen mit Mobilitätsbehinderung den Fahrdienst in Anspruch nehmen könnten, aber die Vorlage sei besser als nichts.

Rückzug angekündigt

Regine Sauter (FDP, Zürich), Präsidentin von ProMobil, gab zu verstehen, man sei auf gutem Weg, dass ihre Organisation auch Gelder an Tixi weiterleiten könne. Seitens der Initianten erfuhr man, dass die Volksinitiative zugunsten des Gegenvorschlags zurückgezogen werden soll.