Mit einer knappen Mehrheit von 60 zu 59 Stimmen hat der Gemeinderat gestern entschieden, dass das Zürcher Institut für interreligiösen Dialog (ZIID) künftig nur noch 100'000 Franken pro Jahr aus der Stadtkasse erhalten soll. Seit 1994 vermittelt das ZIID Wissen über Religionen und setzt sich dafür ein, den Dialog in einer multikulturellen Gesellschaft zu fördern. Bis anhin zahlte die Stadt Zürich einen jährlichen Beitrag von 140'000 Franken.

Es brauche Kenntnis und Wissen über sich selbst wie auch über die anderen, damit das Zusammenleben in einer multikulturellen Gesellschaft gelinge, betonten SP und Grüne. Das Institut sei deshalb für die Beibehaltung des sozialen Friedens in der Stadt von grosser Bedeutung. Elena Marti (Grüne) sagte, es sei gut investiertes Geld, gerade weil Islamfeindlichkeit und Antisemitismus derzeit vielerorts wieder am Aufflammen seien.

Bei der SVP störte man sich hingegen daran, dass weder die jüdische noch die muslimische Gemeinschaft einen finanziellen Beitrag am Institut leisteten. Zudem seien die Lohnkosten zu hoch. Auch die FDP fand es fragwürdig, dass sich das Institut an den Löhnen von Mittelschullehrern und Pfarrern orientiere. Die Kürzung sei angebracht, da es hier Einsparungsmöglichkeiten gebe. GLP und CVP teilten diese Ansicht. Zudem wäre es laut Mario Mariani (CVP) ein gutes Zeichen, wenn alle involvierten Religionen einen finanziellen Beitrag ans Institut leisten würden. (msa)