Flugplatz Dübendorf
Beinahe-Crash: Super Puma der Armee schrammt nur knapp an anderem Helikopter vorbei

Im Mai 2016 wären beinahe zwei Helikopter in der Luft kollidiert. Grund dafür war ein Fehler des zuständigen Platzverkehrsleiters. Dies geht aus dem gestern veröffentlichten Flugunfallbericht hervor.

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Aufgrund seiner Tarnbemalung war der Super Puma der Armee für den Flugschüler kaum erkennbar. (Symbolbild)

Aufgrund seiner Tarnbemalung war der Super Puma der Armee für den Flugschüler kaum erkennbar. (Symbolbild)

zvg

Am 4. Mai 2016 ereignete sich beim Flugplatz Dübendorf beinahe ein Helikopter-Crash. Ein Flugschüler war mit seinem Lehrer in der Luft steuerte geradewegs auf einen Super Puma der Armee zu. Obwohl der Militärpilot ein Ausweichmanöver einleitete, betrug der Abstand zwischen den zwei Hubschraubern horizontal nur noch 360 Meter und vertikal knapp 38. Dies geht aus dem gestern veröffentlichten Flugunfallbericht der Untersuchungsstelle Sust hervor, wie diverse Medien berichten.

Als Ursache wird ein Fehler des zuständigen Platzverkehrsleiters angegeben. Dieser gab dem Flugschüler die Bewilligung, die Kontrollzone Dübendorf auf einer Höhe von 1200 Metern zu durchfliegen. Kurz vorher erhielt der Super Puma die Erlaubnis, ebenfalls auf 1200 Meter zu sinken und danach zu landen. Der Lotse glaubte jedoch, der Armee-Helikopter sei weiterhin auf einer Höhe von 2400 Metern.

Lotse arbeitete unter erschwerten Bedingungen

Schliesslich schlug ein automatisches Warnsystem Alarm. Gemäss Sust-Bericht dauerte es dennoch viel zu lange, bis der Super Puma gewarnt und der Flugschüler angewiesen wurde, auf 900 Meter zu sinken. Erschwerend kam hinzu, dass der Schüler auf Sicht flog und den Armee-Helikopter aufgrund der Tarnbemalung kaum erkennen konnte.

Die Untersuchungsstelle übte deutliche Kritik am Platzverkehrsleiter, da dieser zu spät reagiert hatte und ihm nicht klar war, dass es sich beim Super Puma um einen militärischen Flug handelte. Der Lotse arbeitete allerdings auch unter schwierigen Bedingungen, wie die Sust gemäss diverser Medien festhält. Er war zu diesem Zeitpunkt allein und musste zeitgleich die Pistenbenützung koordinieren, da auf dem Flugplatz Dübendorf die Aufbauarbeiten für den Love Ride – eine Motorrad-Benefizveranstaltung – liefen.