Museumsnacht
Beim ersten Date auf Museumstour gehen - Tipps für Romantiker

Heute Abend strömen Tausende Besucher an die Lange Nacht der Zürcher Museen. 47 Museen zeigen die Prunkstücke ihrer Ausstellungen und organisieren Veranstaltungen – etwa für Frischverliebte.

Katrin Oller
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Das Landesmuseum in der Museumsnacht 2003.

Das Landesmuseum in der Museumsnacht 2003.

Keystone

Die Lange Nacht der Zürcher Museen sei ein ziemlicher «Hoselupf» für die Museen, sagt Nicole Mayer, Geschäftsführerin des Vereins Zürcher Museen. Vor allem für kleinere Häuser sei die Nacht im September aber auch eine gute Plattform, um auf sich aufmerksam zu machen. Knapp 15 000 Besucher kamen 2014 dank Wetterglück.

Heute Samstag findet die Museumsnacht zum 16. Mal statt. Mayer erhofft sich mindestens 13 500 Besucher zwischen 19 Uhr und 2 Uhr morgens. Das Programm bietet etwas für alle. Beispielsweise für ein erstes Date. Warum nicht ins Museum, um sich besser kennenzulernen? Hier einige Tipps für einen spannenden Abend zu zweit.

Essen

Im Haus Konstruktiv lädt die Guerilla Kitchen zu südafrikanischen Köstlichkeiten. Im Museum Rietberg gibt’s Kokosnüsse, exotische Früchtebecher und Drinks mit Südsee-Flair. Wer es einheimisch mag, kann im Landesmuseum Bündner Spezialitäten probieren oder vor dem FCZ-Museum – neu an der Werdstrasse – eine Stadionwurst geniessen.

Ausprobieren

Um herauszufinden, ob man sich riechen kann, empfiehlt sich die Parfümbar im Botanischen Garten. Dort lernt man, wie ein Parfüm entsteht. In der graphischen Sammlung, kann man unauffällig testen, ob man optisch als Paar zusammenpasst: Man zeichnet Schattenrisse von einander.

Kino

Droht einem der Gesprächsstoff auszugehen, bietet sich ein Film an. Im Löwenbräu-Komplex findet ein Kurzfilmfreiluftkino statt. Die Filmauswahl wird alle 90 Minuten wiederholt. Im Museum für Gestaltung, das erstmals im Toni Areal an der Museumsnacht teilnimmt, locken Animationsfilme.

Sport

Fussballfans können ihrer neuen Liebe im FCZ-Museum ihre Passion näherbringen. Dort wird ein Stadionmodell vom Letzigrund eingeweiht. Im Massstab 1:200 wurde ein Spiel von 2003 gegen den FC Basel nachgebildet. Übertreiben sollte man die Fussballbegeisterung aber nicht, sonst sitzt man, eher man sich versieht, auf einmal ohne Date bei der Live-Übertragung des EM-Qualifikationspiels Schweiz-Slowenien im Landesmuseum. Paarverträglicher sind Wettkämpfe wie Mehlsackhüpfen im Mühlerama oder das Ausprobieren der Slacklines im Museum der Anthropologie.

Musik

«The Hopping Flowers» spielen Swing, Blues und Jazz im Botanischen Garten. Im Strauhof wird es bei elektronischer Marsmusik ausserirdisch und im alten Krematorium im Friedhof Sihlfeld wird’s unheimlich bei poetischem Jazz und avantgardistischem Pop von Ghostology.

Romantik

Fürs romantische Verweilen bietet sich als Klassiker die Urania Sternwarte an, wo Saturns Ringe gezählt werden. Auf der schönen Terrasse des Johann Jacobs Museum am Zürichsee kann zu «Tropic Bass» getanzt werden, im Kunsthaus zu Musik von DJs aus dem Dunstkreis der «Zukunft».

Schlummertrunk

Hat es nicht geklappt mit der grossen Liebe? Darüber tröstet im Cabaret Voltaire die grüne Fee hinweg beim Absinth-Degustieren. Wer zu viel erwischt hat, kann sich im Alterthümer-Magazin der Denkmalpflege Zürich davon überzeugen, dass auch die WC-Schüssel ein Kulturgut ist.