Zürich
Bei archäologischen Grabungen Kopf einer Sandstein-Statue gefunden

Archäologen der Stadt Zürich haben an der Börsenstrasse einen Sandsteinkopf einer weiblichen Statue aus dem Mittelalter gefunden. Die Grabungen im Gebiet Fraumünster sind nun abgeschlossen.

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Sandsteinkopf einer weiblichen Statue mit Schleier und Krone, geborgen aus Abfallschichten des Spätmittelalters und der Frühneuzeit in der Börsenstrasse.jpg

Sandsteinkopf einer weiblichen Statue mit Schleier und Krone, geborgen aus Abfallschichten des Spätmittelalters und der Frühneuzeit in der Börsenstrasse.jpg

Schweizerisches Nationalmuseum, Sammlungszentrum

Ein Teil der Fundstücke ist bis September 2014 im Landesmuseum zu sehen.

Das archäologische Team hat gegen 150'000 Einzelfundstücke geborgen und rund 4400 Befunde wie Schichten, Mauern oder Gruben dokumentiert, wie das Hochbaudepartement am Donnerstag mitteilte. Zu den Höhepunkten zählt unter anderem ein Ensemble mit allerlei Fundgegenständen, die vom Alltag des späten 15. und frühen 16. Jahrhunderts erzählen.

Ende letzten Jahres wurde in der Börsenstrasse ein ganz besonderer Fund gemacht. Es handelt sich um einen Sandsteinkopf einer weiblichen Statue. Die Partie von Nase und Mund ist zerstört, der Rest aber gut erhalten und zeugt von einer hohen künstlerischen Qualität auf überregionalem Niveau. Erste Datierungen des Kopfs weisen ins 13. Jahrhundert.

Es könnte sich um die Heiligendarstellung der gekrönten Maria handeln, die wohl während der Reformation aus der Fraumünsterabtei zerstört und entsorgt worden ist.

Zu den Grabungsarbeiten und den Funden aus dem Fraumünsterquartier gibt es im Landesmuseum Zürich bis September 2014 eine kleine Ausstellung zu sehen. Der Sandsteinkopf ist aber nicht dabei, da die Restaurierung noch nicht abgeschlossen ist.

Die Grabungen wurden im Rahmen der Sanierungsarbeiten im Fraumünstergebiet gemacht. Die im Januar 2013 begonnen Arbeiten stehen kurz vor dem Abschluss, wie das Tiefbauamt mitteilte. Ab 11. Mai bis Mitte Juli werden die Deckbeläge abschnittsweise eingebaut. Einige Gebäude im Quartier werden im Rahmen des Plan Lumière in ein neues Licht getaucht. (sda)