Verwaltungsgericht Zürich

Bauten auf Wädenswiler Halbinsel Giessen bleiben im Schutzinventar

Die Halbinsel Giessen bei Wädenswil

Die Halbinsel Giessen bei Wädenswil

Das geplante Bauprojekt auf einer Halbinsel bei Wädenswil kann - zumindest vorerst - nicht realisiert werden. Das Zürcher Verwaltungsgericht hat in zwei von drei Entscheiden im Sinne von Schweizer und Zürcher Heimatschutz entschieden.

Die Bauherrschaft zieht die Fälle ans Bundesgericht weiter.

Der Schweizer Heimatschutz (SHS) und die Zürcherische Vereinigung für Heimatschutz (ZVH) wehren sich dagegen, dass auf der Halbinsel Giessen zwischen Bahnlinie und Zürichsee eine Industrieanlage mit Fabrikantenwohnhaus, Kosthäusern und Nebengebäuden, die auf das 19. Jahrhundert zurückgehen, einer Luxusüberbauung weichen muss.

Der ZVH sei erleichtert, dass die Inventarentlassung von zwei der wertvollen Denkmalpflegeobjekte ganz und von zwei weiteren wenigstens einstweilen aufgehoben worden sei, schreibt er in einer Mitteilung vom Dienstag.

Falls das Bundesgericht die Entscheide des Verwaltungsgerichts bestätige, sei der Weg frei für ein neues Projekt, das dem Ortsbildschutz und der Denkmalpflege besser Rechnung trage. Der Heimatschutz akzeptiere jenen Entscheid, in dem er unterlegen ist. Es ging dabei um die Teilverlegung eines Bachs.

Baubewilligung aufgehoben

Das Verwaltungsgericht hat die Baubewilligung für die Überbauung aufgehoben. Es wies die Beschwerde der Bauherrschaft gegen die Unterschutzstellung von Wohn- und Waschhaus ab. Gleichzeitig hiess es die Beschwerde des Heimatschutzes gegen die Inventarentlassung der übrigen Gebäude gut.

Die Kosthäuser und der Fabrikkomplex dürfen demnach vorerst nicht aus dem kommunalen Inventar der schutzwürdigen Bauten entlassen werden. Die Entlassung war von den Behörden ausdrücklich an die Baubewilligung geknüpft. Mit der Aufhebung der Bewilligung müsse auch die Entlassung aufgehoben werden, argumentierte das Gericht.

In einem zweiten Entscheid lehnte das Verwaltungsgericht eine Beschwerde der Bauherrschaft gegen einen Entscheid des Baurekursgerichtes ab. SHS und ZVH hatten gerügt, die geplanten Ersatzbauten wichen in erheblichem Ausmass von den Grundmassen und teilweise auch von der kubischen Gestaltung der bestehenden Kosthäuser ab. Sie erhielten nach dem Baurekursgericht nun auch vom Verwaltungsgericht recht.

Meistgesehen

Artboard 1