Seeufer-Sanierung
Baustellengitter versperren den Zugang zum See – bis zum Sommer

Einer der beliebtesten Badeplätze der Stadt Zürich wird durch Bauarbeiten blockiert. Die Badesaison soll aber gerettet sein.

Matthias Scharrer
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Seeufer-Sanierung
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Seeufer-Sanierung Die Sanierungsarbeiten am Seeufer in Zürich-Enge dauern bis in den Sommer 2016.
Seeuferanlage 1887 So sah das von Arnold Bürkli neugestaltete Seeufer in Zürich 1887 aus.
Seeufer-Sanierung Beim Seebad Enge ist die Seeufer-Sanierung schon weit fortgeschritten.
Seeufer-Sanierung Hecken und Bäume wurden weggeräumt, die Felsbrocken der alten Seeufer-Befestigung werden wiederverwendet.
Seeufer-Sanierung Das Arboretum am Zürcher Seeufer ist als schutzwürdiges Gartenbaudenkmal der Stadt Zürich inventarisiert.
Seeufer-Sanierung Der Zugang zum See soll laut Grün Stadt Zürich ab 1. Juli wieder frei sein.

Seeufer-Sanierung

Matthias Scharrer

Wenn sommerliche Temperaturen in Zürich Tausende zum Baden an den See locken, ist die Rentenanstalt-Wiese beim Arboretum im Enge-Quartier jeweils dicht bevölkert. Das dürfte auch dieses Jahr so sein. Doch etwas ist diesmal anders: Baustellengitter versperren den Zugang zum See – noch bis im Sommer. So lange dauern die Hauptarbeiten für die Sanierung der Uferanlagen, wie eine Informationstafel verrät.

«Die Baustelle wird vor dem Züri Fäscht geräumt», präzisiert Lukas Handschin, Sprecher von Grün Stadt Zürich, auf Anfrage. Ab dann sei das Seeufer wieder frei zugänglich. Das grösste Volksfest der Schweiz dauert vom 1. bis 3. Juli. Die danach noch fälligen Arbeiten für die Ufersanierung – neue Bepflanzungen, das Aufstellen von Bänken – dürften den Zugang zum See laut Handschin nicht mehr blockieren: «Die Badesaison ist gerettet», so der Mediensprecher.

Bis Ende Jahr sollen die im vergangenen Herbst begonnen Sanierungsarbeiten vollständig abgeschlossen sein. Die Ende des 19. Jahrhunderts nach den Plänen von Arnold Bürkli erstellten Uferanlagen waren in «mangelhaftem Zustand», wie der Stadtrat im Projektbeschrieb festhält. Teilweise drohten Ufermauern einzustürzen. Auch entsprach die Bepflanzung nicht mehr den ursprünglichen Plänen.

Die Hecken, die den Blick auf den See versperrten, sind bereits entfernt, ebenso diverse Bäume. Damit verschwinden auch die lauschigen Plätze mit Sitzbänken, die durch die Hecken vor den Blicken der Passanten geschützt waren.

Neu werden die Bänke auf Höhe der Gehwege platziert. Und statt der Hecken setzen die Stadtgärtner nach dem Züri Fäscht stellenweise niedrigwachsende Weiden. Die aus Natursteinblöcken gefertigten abgeschrägten Uferabschnitte werden derzeit erneuert und durch Kiesaufschüttungen ergänzt. Insgesamt investiert die Stadt fünf Millionen Franken in die Ufersanierung.

Hafenprojekt wird überarbeitet

Für ein weiteres, deutlich teureres Bauprojekt am Seeufer laufen derzeit hinter den Kulissen Abklärungen: Unter dem Titel «Marina Tiefenbrunnen» soll Zürich nahe der Grenze zu Zollikon einen neuen Hafen erhalten. Das Projekt wurde aus Kostengründen vom Stadtrat 2013 zurückgestellt. Damals war für den Hafen und eine umfassende Neugestaltung des ganzen Uferbereichs noch von Kosten in Höhe von 90 Millionen Franken die Rede, ein Jahr später von 60 Millionen. Doch auch das wäre viel zu teuer, wie Norbert Müller, der mit dem Projekt betraute Stabschef des Stadtrats, auf Anfrage sagt. Er nennt nun Kosten von 40 Millionen Franken als finanzierbare Obergrenze.

Das Hafenprojekt müsse daher grundlegend überarbeitet werden. Eine Machbarkeitsstudie werde derzeit vorbereitet. Im Herbst soll sie vorliegen. Der neue Hafen würde rund 450 Bootsplätze umfassen, dazu ein Klubhaus mit Restaurant sowie Hafenkrananlagen.

Die Stadt Zürich würde sich laut Müller mit maximal 10 Millionen Franken beteiligen. Für den Rest müssten Private aufkommen. «Wir sind im Moment daran, abzuklären, welche Investoren mitmachen würden», so Müller. Geplant ist eine private Trägerschaft, an der auch die Stadt und die Zürcher Segelklubs beteiligt wären. Zu klären ist laut Müller auch noch die Höhe der Konzessionsgebühren, die dem Kanton als Seeeigentümer zustehen. Zudem bräuchte es einen Gestaltungsplan und eine Umweltverträglichkeitsprüfung. «Bis Ende 2017 soll klar sein, ob das Projekt weiterverfolgt wird», sagt Müller. Ein Baubeginn wäre, vorsichtig geschätzt, 2020 möglich.