Neben Veränderungen in den Abläufen sollen sich Bauherren neu bei einer Anlaufstelle beraten lassen können. Das Initiativ-Komitee "Ombudsstelle gegen Willkür in Bausachen" ist zufrieden mit den Neuerungen und zieht ihre Vorlage voraussichtlich zurück.

Baubewilligungsverfahren werden immer komplexer. Zahlreiche Ämter und Fachstellen sind jeweils in die Vernehmlassungen involviert. Entsprechend lange dauern die Verfahren.

Aus diesem Grund nahm die Stadt Zürich ihre eigenen Abläufe unter die Lupe. Schwachstellen in den Abläufen seien inzwischen überarbeitet worden, teilte das Hochbaudepartement der Stadt Zürich am Donnerstag mit. Das gesamte Verfahren sei heute reibungsfreier, verlässlicher, fristgerechter und insgesamt kundenfreundlicher.

Um dies zu erreichen, schlossen die beteiligten Amtsstellen untereinander verbindliche Leistungsvereinbarungen ab, vor allem was die Einhaltung von Fristen betrifft. Diese würden heute wesentlich besser eingehalten als zuvor, heisst es weiter.

Fahnenstangen und Wetterschutz neu ohne BewilligungDie Stadt führte zudem eine elektronische Plattform ein, auf die die Beteiligten zugreifen können. Das vereinfache die Zusammenarbeit. Die Stadt will aber auch bei den Anforderungen einen Schritt zurückgehen: Für kleine Bauten wie etwa Fahnenstangen oder einen Wetterschutz für den Balkon braucht es neu keine Bewilligung mehr.

Ein "vereinfachtes Verfahren" gibt es zudem für Projekte, bei denen keine Dritten beeinträchtigt werden, also wenn der Heimatschutz nicht involviert ist oder es beispielsweise keine Nachbarn gibt, die sich an etwas stören könnten.

Eine zusätzliche Stelle für die Helpline

Die Stadt will den Bauherren aber auch nach einem rechtskräftigen Bauentscheid entgegenkommen. Viele würden zuweilen Mühe bei der Umsetzung der Auflagen bekunden, schreibt die Stadt. Geplant sei deshalb eine Anlaufstelle in Bausachen.

Diese Helpline soll Reklamationen und Anliegen "schnell, unbürokratisch und transparent" bearbeiten. Im Amt für Baubewilligungen soll dafür eine neue Vollzeitstelle geschaffen werden, vorerst auf fünf Jahre befristet. Die jährlichen 202'000 Franken, die diese Stelle kostet, muss der Gemeinderat bewilligen.

"Rotes Telefon" erfüllt Anliegen der InitiantenBeim Initiativ-Komitee "Ombudsstelle gegen Willkür in Bausachen" nimmt man die Neuerungen erfreut zur Kenntnis. Mit dem "Roten Telefon", also der Anlaufstelle, sei eines der Grundanliegen ihrer Initiative umgesetzt, schreibt der Hauseigentümerverband.

Sofern der Gemeinderat das "Rote Telefon" bewilligt, wird das Komitee die Volksinitiative zurückziehen, wie HEV-Direktor Albert Leiser auf Anfrage der sda sagte. Die Stadtzürcherinnen und -zürcher müssen voraussichtlich also nicht mehr darüber abstimmen.