Musikinsel
Bauarbeiten auf Klosterinsel Rheinau im Zeitplan

Renovierung der Musikinsel geht in letzte Phase. In einem Gebäudetrakt sind die Haustechnik-, Gipser- und Schreinerarbeiten so weit fortgeschritten, dass schon Möbel und Vorhänge für die Hotelzimmer ausgesucht werden können.

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Die zukünftige Musikinsel Rheinau verfügt über 16 Proberäume und ein Hotel mit 63 Zimmern.

Die zukünftige Musikinsel Rheinau verfügt über 16 Proberäume und ein Hotel mit 63 Zimmern.

Keystone

Ein Jahr vor der geplanten Einweihung der Musikinsel Rheinau am 24. Mai 2014 liegen die Bauarbeiten genau im Zeitplan. Um aus der Klosterinsel eine Musikinsel zu machen, müssen die seit rund elf Jahren leer stehenden Gebäude renoviert und an bau- und feuerpolizeiliche Bestimmungen angepasst werden.

«Der Kanton schenkt uns nichts» Herr Blocher Sie wohnen in Herrliberg - wie kommt es, dass Sie sich für ein Gebäude in Rheinau einsetzen? Christoph Blocher: Das ist ja nicht irgendein Gebäude. Sondern ein früheres Kloster. Mit einer einmaligen Bausubstanz in einer einmaligen Umgebung. Zudem habe ich eine emotionale Beziehung zu Rheinau. Inwiefern das? Als Pfarrerssohn in Laufen am Rheinfall aufgewachsen, sah ich, wie mein Vater mit der damaligen Klinik auf der Klosterinsel zu tun hatte. Auch schwammen wir oft den Rhein hinunter bis Rheinau. Klopften Klinikpatienten im Ausgang an der Pfarrhaustüre an, um ein Almosen zu bekommen, gab ihnen meine Mutter 1.50 Franken für einen Kafi - aber nicht 3 für einen Kafi Schnaps. Bereuen Sie im Nachhinein nicht, dass Sie sich bereit erklärt haben, sich für das Projekt Musikinsel mit viel Geld zu engagieren? Ganz und gar nicht. Ich bin ein Musikfreund, der solche Projekte gerne fördert. In andern Ländern macht das der Staat. Bei uns ist Privatinitiative gefragt. Sonst würde das Kloster noch vollends verlottern. Wie lange sichern Sie den Betrieb? Die Musikinsel wird in jedem Fall defizitär sein. Wenn alles gut läuft, dürfte das Geld zwanzig Jahre reichen, sonst halt weniger lang. Der Kanton ist Eigentümer der Klosteranlage und restauriert sie, die Stiftung tritt als Mieterin auf - sind da nicht Konflikte programmiert? Es gibt einen klaren Vertrag. Der Kanton schenkt uns nichts. Bis jetzt klappt die Zusammenarbeit mit dem Hochbauamt gut. Die Schnittstellen sind sauber definiert. In den Zimmern zum Beispiel montiert der Kanton die Vorhangschienen und die Stiftung finanziert die Vorhänge.  

«Der Kanton schenkt uns nichts» Herr Blocher Sie wohnen in Herrliberg - wie kommt es, dass Sie sich für ein Gebäude in Rheinau einsetzen? Christoph Blocher: Das ist ja nicht irgendein Gebäude. Sondern ein früheres Kloster. Mit einer einmaligen Bausubstanz in einer einmaligen Umgebung. Zudem habe ich eine emotionale Beziehung zu Rheinau. Inwiefern das? Als Pfarrerssohn in Laufen am Rheinfall aufgewachsen, sah ich, wie mein Vater mit der damaligen Klinik auf der Klosterinsel zu tun hatte. Auch schwammen wir oft den Rhein hinunter bis Rheinau. Klopften Klinikpatienten im Ausgang an der Pfarrhaustüre an, um ein Almosen zu bekommen, gab ihnen meine Mutter 1.50 Franken für einen Kafi - aber nicht 3 für einen Kafi Schnaps. Bereuen Sie im Nachhinein nicht, dass Sie sich bereit erklärt haben, sich für das Projekt Musikinsel mit viel Geld zu engagieren? Ganz und gar nicht. Ich bin ein Musikfreund, der solche Projekte gerne fördert. In andern Ländern macht das der Staat. Bei uns ist Privatinitiative gefragt. Sonst würde das Kloster noch vollends verlottern. Wie lange sichern Sie den Betrieb? Die Musikinsel wird in jedem Fall defizitär sein. Wenn alles gut läuft, dürfte das Geld zwanzig Jahre reichen, sonst halt weniger lang. Der Kanton ist Eigentümer der Klosteranlage und restauriert sie, die Stiftung tritt als Mieterin auf - sind da nicht Konflikte programmiert? Es gibt einen klaren Vertrag. Der Kanton schenkt uns nichts. Bis jetzt klappt die Zusammenarbeit mit dem Hochbauamt gut. Die Schnittstellen sind sauber definiert. In den Zimmern zum Beispiel montiert der Kanton die Vorhangschienen und die Stiftung finanziert die Vorhänge.  

In einem Gebäudetrakt sind die Haustechnik-, Gipser- und Schreinerarbeiten so weit fortgeschritten, dass schon Möbel und Vorhänge für die Hotelzimmer ausgesucht werden können, wie der Zürcher Regierungsrat gestern Donnerstag mitteilte. Die zukünftige Musikinsel Rheinau verfügt über 16 unterschiedlich grosse Proberäume und ein Hotel mit 63 Zimmern.

Jahrelang nicht unterhalten

Weil jahrelang keine Unterhaltsmassnahmen mehr vorgenommen worden waren, sind die Gebäude in einem schlechten Zustand. Vor allem der Ersatz der aus den 70er und 80er Jahren stammenden Haustechnik verursacht erhebliche Kosten. Ausserdem werden die Räumlichkeiten behindertengerecht umgebaut.

Für Sanierung und Umbau hat der Kantonsrat im September 2012 einen Objektkredit in Höhe von 28,5 Millionen Franken sowie die Änderung des kantonalen Richtplans bewilligt. Der Kredit verringert sich um 5,6 Millionen Franken, die die Stiftung «Schweizer Musikinsel Rheinau» aus dem Lotteriefonds für den Mieterausbau erhält.

SVP-Nationalrat Christoph Blocher hat der Stiftung 20 Millionen Franken zur Verfügung gestellt. Sie mietet die Räumlichkeiten zu einem jährlichen Mietzins von 330 000 Franken und übernimmt sowohl die Anlaufkosten als auch die Betriebsdefizite, die selbst bei hoher Auslastung erwartet werden. Das Interesse an der Musikinsel und die Buchungen nehmen gemäss Aussagen der Stiftung von Woche zu Woche zu. (sda)