Zwei versetzte Hochhaustürme auf dem Depotareal sollen künftig das Tor zu Zürich-West betonen und mit den "Escherterrassen" und dem "Swisscom-Tower" ein Ensemble bilden, wie die Stadt am Dienstag mitteilte. Zur Belebung des Erdgeschosses sind Gewerbeeinheiten und Betriebsräume der Verkehrsbetriebe Stadt Zürich (VBZ) geplant.

Zur Limmat hin schlagen die Architekten ein Restaurant vor. Zudem sollen sorgfältig gestaltete Freiräume sowie Übergänge zu Limmatweg und Ampèresteg das Quartier mit dem Flussraum verbinden.

Das Siegerteam bringe mit seiner Hochhausvariante 221 statt der geforderten 184 Wohnungen unter, heisst es in der Mitteilung. 180 Wohnungen konzentrieren sich in den beiden 20-geschossigen Bauten. Über der Tramdepothalle flankieren Maisonettewohnungen sowie vier grosse Satellitenwohnungen und ein Gemeinschaftsraum auf der Längsseite den Wohnhof.

Wohnen auf zwei Ebenen

Der kompakte Entwurf und das effiziente Erschliessungssystem ermöglichten trotz der hohen Anzahl Wohnungen moderate Erstellungskosten, heisst es in der Mitteilung. Auch die Beschattung des Limmatuferraums werde dank der schlanken Türme verträglich sein.

Unterschiedlich beurteilt wurde in der Jury die Frage, ob zweigeschossiges Wohnen als adäquates Modell für preisgünstiges Wohnen gelten kann. Die Mehrheit fand, im vorgeschlagenen Verhältnis zu den übrigen Wohnungstypen sei es eine "interessante Möglichkeit, familiengerechtes Wohnen mitten in der Stadt anzubieten".

Neues Tramdepot

Mit der Wohnüberbauung wird auch das drittgrösste Tramdepot der VBZ saniert. Mit einem Ersatzneubau auf einem Teil des Areals soll ein Depot für rund 24 Fahrzeuge erstellt werden. Die zentrale Lage ermögliche es, mittelfristig die bestehenden Tramfahrzeuge sowie die längeren Niederflurfahrzeuge der neuen Tramgeneration mit 43 Metern Länge aufzunehmen, schreibt die Stadt.

Für das Gesamtprojekt hatte der Stadtrat einen Kostenrahmen von rund 148 Millionen Franken vorgesehen - rund 59 Millionen Franken für das Tramdepot und rund 89 Millionen Franken für die Wohnsiedlung.

Volk entscheidet

Beim Siegerprojekt belaufen sich die Kosten auf rund 162 Millionen Franken. Für sämtliche Wohnungen gilt das Prinzip der Kostenmiete.

Der Gemeinderat hatte im März 2013 für die Überbauung Tramdepot Hard einen Projektierungskredit von 13,2 Millionen Franken gesprochen. Über den Objektkredit wird es voraussichtlich 2017 entscheiden. Die Volksabstimmung ist für 2018 vorgesehen. Läuft alles nach Plan wird das Depot Hard 2020 realisiert sein.

Bereits 1989 hatte der Stadtrat einen Projektierungkredit für einen Depot-Neubau beantragt. Das Vorhaben scheiterte jedoch aus finanziellen Gründen. 2009 begrub der Stadtrat Pläne für ein Hochhaus über dem Depot.