Das am Hirschengraben gelegene Haus zum Rechberg gilt zusammen mit dem Zunfthaus zur Meisen als eines der bedeutendsten Barockpalais auf Stadtzürcher Boden. Das Zunftmeisterehepaar Werdmüller-Oeri liess es zwischen 1759 und 1770 erbauen. Damals hiess der elegante Stadtpalais noch «Haus zur Krone». Seinen heutigen Namen erhielt es 1839.

Das Haus zum Rechberg diente verschiedenen einflussreichen Zürcher Familien als Wohn- und Geschäftssitz, ehe es 1899 an den Kanton überging. Seither steht es unter Denkmalschutz.

Im Hauptgebäude waren seither Lehrstühle der Rechtswissenschaftlichen Fakultät untergebracht, seit den 1950er Jahren dient es der Regierung zudem als Kulisse für repräsentative Anlässe. Die Nebengebäude werden bis heute von der Theologischen Fakultät genutzt.

Das Hauptgebäude wird auch in Zukunft für repräsentative Anlässe und Empfänge genutzt, neu ziehen zudem die Parlamentsdienste an die edle Adresse. Und die Nebengebäude an der Florhofgasse stehen künftig den kantonsrätlichen Kommissionen zur Verfügung.

«Nicht mit der barocken Kelle»

Bei den von der Architektin Thilla Theus begleiteten Instandstellungsarbeiten richte man «nicht mit der grossen barocken Kelle an», sagte Baudirektor Markus Kägi am Festakt. Im Vordergrund stehe die Werterhaltung der Bausubstanz. «Wir werden flicken, reparieren, auffrischen und modernisieren.»

Die Fenster werden allesamt ersetzt, zudem werden unter anderem das Treppenhaus, das Foyer und die Räume im Erd- und 2. Obergeschoss instand gestellt. Mit dem Einbau eines Liftes wird es auch für Behinderte möglich, in die oberen Stockwerke zu gelangen.

Erneuert wird auch die Gartenanlage - laut Baudirektion einer der schönsten Barockgärten der Schweiz. Dieser soll weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Neu wird beispielsweise eine Lindenhecke den Garten gegenüber den neueren Bauten der Universität abgrenzen.

«Wechselvolle Geschichte»

Regierungsrat Kägi erinnerte an die «wechselvolle Geschichte», die sich seit dem Projektwettbewerb von 2004 ereignet habe. So habe das ursprüngliche Siegerprojekt von Tilla Theus auch das Dachgeschoss mit einbezogen. Der Heimatschutz sei mit dieser Lösung jedoch nicht einverstanden gewesen.

Das Projekt musste deshalb grundlegend überarbeitet werden. Im vergangenen Jahr wurden dann auch die Nebengebäude ins Projekt aufgenommen. Der Fokus habe sich also «immer mehr aufs ganze Ensemble ausgeweitet», sagte Kägi.

Für die Gebäudearbeiten bewilligte der Regierungsrat 16,7 Millionen Franken, für den Garten 2,1 Millionen Franken. Die Bauarbeiten im Rechberggarten sollen bis Ende 2012 abgeschlossen sein, jene am Hauptgebäude bis Ende 2013. Die rund einjährigen Arbeiten an den Nebengebäuden starten voraussichtlich im Frühling 2013. Der Bezug ist für 2014 vorgesehen.