Zürich
Bald zu mieten: Mit dem Elektro-Lastvelo Harasse und Einkaufstüten nach Hause fahren

Carvelo bringt das Elektro-Lastvelo im Mai in diverse Zürcher Quartiere – das lokale Gewerbe soll diese beherbergen und ausleihen.

Lina Giusto
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Carvelo eröffnete seinen Standort in St. Gallen im Sommer 2016: Das Cargo-Bike mit Mulde bietet viel Stauraum. ZVG

Carvelo eröffnete seinen Standort in St. Gallen im Sommer 2016: Das Cargo-Bike mit Mulde bietet viel Stauraum. ZVG

Das mühsame Schleppen von Geränkeharassen oder Einkaufstüten hat demnächst ein Ende. Das Lastenfahrrad von Carvelo fasst ab Mai Fuss in Zürich und kann über die Reservationsplattform oder die gleichnamige App Carvelo2go stunden- oder tageweise gemietet werden.

Initiiert wurde das Projekt von der Schweizer Lastenrad-Initiative, der Mobilitätsakademie und vom Förderfonds Engagement Migros. Schweizweit unterstützt zudem der Mobilitätsklub TCS das Projekt. Ziel von Carvelo ist es, das Lastenvelo als Verkehrsmittel für haushälterische Aufgaben und emissionsfreien Kindertransport zu verankern.

Das eCargo-Bikesharing wurde im Herbst 2015 in Bern lanciert. Die Initianten merkten aber bald, dass das Bedürfnis nach einem E-Bike nicht nur für Familien attraktiv ist, sondern auch grosses Potenzial für den Warentransport besonders in der Stadt bietet.

Nach Bern hat sich das Angebot auf die Städte Basel, Vevey und St. Gallen ausgeweitet. Demnächst gibt es in Zürich in den Kreisen 3, 4 und 5, sowie in den Quartieren Wipkingen und Oerlikon insgesamt 20 Lastenräder zu mieten. Auch Winterthur gehört ab diesem Sommer zu den Carvelo-Standorten in der Schweiz.

Schlüssel und Akku abholen

Abgeholt werden können die Velos bei den sogenannten Hosts in den Quartieren. Als solche kommen Cafés, Restaurants, Apotheken, Bäckereien und kleinere oder grössere Geschäfte in Frage, die ein beliebter und zentraler Treffpunkt der Anwohner sind. Carvelo ist derzeit in Gesprächen mit möglichen Hosts in Zürich.

Filippo Leutenegger, Vorsteher des Tiefbau- und Entsorgungsdepartementes der Stadt Zürich sagt dazu: «Carvelo2go ist ein zukunftsweisendes Angebot, das den Bewohner wie auch dem Gewerbe in der Stadt Zürich einen Nutzen bringt. Es passt zur Strategie Stadtverkehr 2025 und zu unserer Veloförderung.»

Das Lastvelo eignet sich für Einkäufe und Kindertransport.

Das Lastvelo eignet sich für Einkäufe und Kindertransport.

zvg

Reserviert werden kann das Lastenvelo bis zu zwei Stunden vor der Fahrt online über die Buchungsplattform Carvelo2go. Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Reservation auch kostenlos stornierbar. Der Bucher kann dann beim Host den Schlüssel und den Akku für das E-Bike in Empfang nehmen.

Für eine Stunde bezahlt der Kunde fünf Franken. Für die zweite bis neunte Mietstunde kommen jeweils zwei Franken pro Stunde hinzu. Von der zehnten Stunde an kostet die Miete dann stündlich lediglich noch einen Franken zusätzlich. Insgesamt kann das Lastenvelo für maximal eine Woche gemietet werden. Carvelo gestattet den Mietern mit dem Velo auch ins Ausland zu fahren. Es muss aber wieder am Abholort zurückgegeben werden. Wie Sprecherin Sybille Suter von Carvelo erklärte, kostet ein solches Velo mit Lademulde rund 6000 Franken im Ankauf.

«Der Host eines eCargo-Bikes kann das Velo 25 Stunden pro Monat kostenlos selber benutzen», sagt Suter. Dies als Vergütung dafür, dass er die E-Bikes beherbergt. Zudem erhalten Hosts von Carvelo die Möglichkeit, Werbung für ihr Geschäft an der Mulde des Velos anzubringen. Die Bikes sind, wie die Betreiber auf ihrer Website schreiben, für Erwachsene gedacht. Für eine Reservation ist das Mindestalter von 16 Jahren angegeben. Obwohl das Elektro-Cargo-Bike bis zu 25 Kilometer pro Stunde schnell wird, gibt es keine Helmtragepflicht. «Dennoch empfehlen wir aus Sicherheitsgründen das Tragen eines Schutzhelmes», so Suter. Wenn Kinder in der Mulde mittransportiert werden, müssen diese mit Gurten gesichert werden.