Ein Antrag der SVP, den Beitrag nicht zu gewähren, wurde ebenso klar abgelehnt.

Mit dem Hardbrücke-Tram werde eine wichtige neue innerstädtische Verbindung geschaffen, sagte Ruedi Lais, Präsident der Kommission für Energie, Verkehr und Umwelt. Das Projekt entspreche einem "dringenden Bedürfnis".

Gegen den Kostenbeitrag des Kantons sprach sich einzig die SVP aus. Neben den hohen Kosten kritisierte sie vor allem die "Behinderung des Autoverkehrs". Roland Scheck (SVP, Zürich) bezeichnete das Projekt als "teuerste Verkehrsbehinderungsmassnahme der Welt". Die rot-grüne Stadtregierung unternehme alles, um eine der wichtigsten und meistbefahrenen Ein- und Ausfallachsen faktisch lahmzulegen.

Das Tram soll zwar auf der Hardbrücke in vom Individualverkehr abgetrennten Fahrspuren geführt werden. Die Trams müssen jedoch in jeder Richtung einmal die gesamte Strasse queren - einmal auf der Höhe Hardplatz, einmal in der Mitte der Hardbrücke.

Damit werde der Individualverkehr empfindlich gestört, zeigte sich Lorenz Habicher (SVP, Zürich) überzeugt. Der Verkehrskollaps sei programmiert. Unbefriedigend sei auch die Situation für die Velofahrer. Diese müssten ein Rotlicht beachten, "was sie jedoch erfahrungsgemäss nicht tun". 130 Millionen Franken für 700 Meter Infrastruktur auszugeben, sei zudem viel zu viel.

Carmen Walker Späh (FDP, Zürich) hielt dem entgegen, das Verkehrsaufkommen insbesondere in Zürich-West werde in den nächsten Jahren stark ansteigen. Entsprechend müssten auch Infrastrukturen zur Verfügung gestellt werden. Die neue Tramlinie bringe auch kürzere Reisezeiten und entlaste die Tramlinien in der Innenstadt.

Doch auch bei den Befürwortern gab es kritische Anmerkungen. So kritisierten etwa Roland Munz (SP, Zürich) und Markus Bischoff (AL, Zürich), die Linienführung sei zu sehr auf Bahnpendler ausgerichtet und die Erschliessung der Quartiere werde zu wenig berücksichtigt. Zu den Verlierern gehöre das Quartier Grünau

Antwort auf die Entwicklung der Zukunft

Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker (SVP) verteidigte das Projekt als gute Antwort auf die künftige Entwicklung in Zürich-West. Mit der vierten Teilergänzung der Zürcher S-Bahn verkehrten künftig 11 S-Bahn-Linien über den Bahnhof Hardbrücke. Alle 80 Sekunden werde ein Zug abfahren.

Eine bessere Anbindung des Trams an den Bahnhof Hardbrücke entlaste auch den Hauptbahnhof Zürich. Der Ausbau nütze den Pendlern aus dem ganzen Kanton, zeigte sich Stocker überzeugt. Simulationen hätten gezeigt, dass der motorisierte Individualverkehr durch das neue Tram auf der Hardbrücke nicht über Gebühr behindert werde.

Das Projekt umfasst einerseits den Bau einer neuen Tramverbindung - beziehungsweise eine Verlängerung der Linie 8 - vom Hardplatz über Hardbrücke und Escher-Wyss-Platz bis ins Werdhölzli. Andererseits sind zusätzliche Zugänge zum Bahnhof Hardbrücke geplant. Dieser wird heute täglich von rund 44'000 Personen frequentiert; mittelfristig wird gar mit rund 70'000 Personen gerechnet.

Die Kosten für die Tramverbindung belaufen sich auf rund 102 Millionen Franken. Dazu kommen 28 Millionen Franken für die Treppenabgänge. Das Zürcher Stadtparlament hat dem Kostenanteil der Stadt Zürich von 11,4 Millionen Franken bereits im März 2013 zugestimmt. (sda)