Das Anspruchsvolle an diesem Projekt seien die Arbeiten unter laufendem Betrieb, sagte Gesamtprojektleiter Roland Kobel am Dienstag gegenüber den Medien.

Beim Umbau bleibt kein Stein auf dem andern. Seit Baubeginn vor zweieinhalb Jahren werden bestehende Gleise aufgehoben, abgebrochen und anschliessend neu gebaut. Eigentlich werde der Bahnhof nicht um-, sondern Stück für Stück neu gebaut, erklärte Abschnittsleiterin Katja Nahler.

Dieser Vorgehen sei notwendig, damit unter den Gleisen die beiden Unterführungen verbreitert und neu gestaltet werden können. Dabei wird von der Oberfläche aus bis unter das Niveau der künftigen Passage gegraben. Anschliessend wird zuerst die Unterführung und danach das darüber liegende Gleis gebaut.

Hilfsbrücken garantieren Zugsverkehr

Nicht möglich ist dieses Vorgehen bei den Gleisen 1 und 2, die als einzige von Oerlikon nach Wallisellen führen. Damit die Züge verkehren können, müssen beide Gleise stets in Betrieb sein.

Deshalb werden derzeit bei der bestehenden Personenunterführung "Mitte" Hilfsbrücken eingebaut. Die Züge überqueren dann die Baugrube, während darunter die neue Passage erstellt wird.

Allerdings seien sowohl zu Randzeiten als auch an Wochenenden Fahrplaneinschränkungen sowie Sperrungen der Unterführungen unumgänglich, sagte Nahler. Oft sei auch unter der Woche mit Umwegen zur rechnen, weil gewisse Flächen für die Bauarbeiten benötigt werden.

Der um zwei Gleise erweiterte Bahnhof Zürich-Oerlikon ist laut Kobel eine wichtige Voraussetzung für die nächsten Angebotsausbauten im Rahmen der 4. Teilergänzungen der Zürcher S-Bahn, die im Dezember 2015 eingeführt werden. Künftig ist Oerlikon Haltestelle für zwölf statt wie bisher sieben S-Bahn-Linien.

Auch Stadt Zürich investiert

Neben der Erweiterung um die Gleise 7 und 8 verbreitert die SBB die Perrons und Perrondächer. Ausserdem entstehen ebenerdig und in den Unterführungen auf über 2000 Quadratmetern 28 neue Geschäfte.

Zwei Projekte führt die SBB im Auftrag der Stadt Zürich durch: die Anbindung des Bahnhofs an die Quartiere Seebach und Leutschenbach sowie die Quartierverbindung für Fussgänger und Velofahrer zwischen Neu-Oerlikon und dem Zentrum Oerlikon.

Der Ausbau des Bahnhofs dauert noch bis Herbst 2016. Die Kosten belaufen sich auf Seiten der SBB inklusive Immobilieninvestitionen auf rund 525 Millionen Franken. Die Stadt Zürich ihrerseits investiert zusätzlich rund 190 Millionen Franken in den Ausbau des Bahnhofs, die Gestaltung der umliegenden Strassen und Plätze sowie die Anbindung an das städtische Verkehrsnetz.