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Bahnausbau: Zürich gewinnt, Basel verliert

Eine Basler Durchmesserlinie hat keine Priorität. Ein Tunnel zwischen Zürich und Winterthur hingegen schon. Das geht aus Plänen des Bundesamtes für Verkehr hervor.

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Zürich hat für seine S-Bahn bereits zwei Durchmesserlinien.

Zürich hat für seine S-Bahn bereits zwei Durchmesserlinien.

Mario Heller

Beim nächsten Bahnausbau haben Zürich und die Romandie die Nase vorn, Basel und Luzern droht hingegen das Abstellgleis. Dies geht aus einer Präsentation des Bundesamtes für Verkehr (BAV) hervor, wie die "NZZ am Sonntag" berichtet.

In der Poleposition stehen zwei Projekte, die für Zürich sowie die Romandie von grosser Bedeutung sind: Der Brüttener Tunnel zwischen Zürich und Winterthur sowie der Ausbau zwischen Yverdon und Genf wurden als Module mit grösstem Handlungsbedarf identifiziert, sie gehören zum "Sockel" des Ausbauschrittes 2030/35.

Deutlich schlechter sieht es für Luzern, Basel und Neuenburg aus. Die Pläne für eine Durchmesserlinie in Basel, der neue Luzerner Tiefbahnhof und die Direktlinie von Neuenburg nach La Chaux-de-Fonds rangieren unter den Projekten von dritter Priorität.

Dementsprechend besorgt reagieren Vertreter aus den betroffenen Regionen. So sind gleich mehrere Luzerner Parlamentarier beim Bundesrat vorstellig geworden, um Druck für den Tiefbahnhof zu machen. Insgesamt sollen im geplanten Ausbauschritt 7 oder gar 12 Milliarden Franken investiert werden, die Vernehmlassung dazu will der Bundesrat nächstes Jahr eröffnen.

Der Basler Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels erklärt auf Anfrage der bz, er sei nicht überrascht von den Aussagen des BAV. «Das ist uns bereits seit längerem bekannt. Und genau deshalb haben wir ja auch im April bereits angekündigt, dass sich der Kanton eine Vorfinanzierung des Projekts vorstellen könnte.» Das Bundesamt habe aus seinen Prioritäten kein Geheimnis gemacht: «Intern wurde das gegenüber den Kantonen so kommuniziert.»