Kart
Bahn frei fürs neue Tempo-Drom: In Töss entsteht die längste Rennstrecke im Kanton

Nächsten Frühling eröffnet die neue Kartbahn. Es wird die längste im Kanton. In einem Jahr wird die Strecke gar noch um einen Aussenbereich erweitert.

Till Hirsekorn
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An der Steigstrasse laufen die Bauarbeiten an der Kartbahn auf Hochtouren. Ein 85-Meter-Kran hievte Betonelemente auf die Gerüste. Johanna Bossart

An der Steigstrasse laufen die Bauarbeiten an der Kartbahn auf Hochtouren. Ein 85-Meter-Kran hievte Betonelemente auf die Gerüste. Johanna Bossart

LAB

Nach kleineren Extrarunden ist das Projekt der neuen Kartbahn in Töss inzwischen auf der Zielgeraden. Ursprünglich geplant war, dass das alte Tempo-Drom Ende Februar 2015 von der alten Sulzerhalle 193 auf dem Lagerplatz direkt an den neuen Standort hinter dem House of Sounds an der Steigstrasse umzieht. Doch Bewilligungsverfahren und Verhandlungen mit dem neuen Nachbarn zogen sich hin, und das Geld für das 13-Millionen-Projekt war ohnehin noch nicht beisammen.

Mit 360 Metern wird die neue Piste 100 Meter länger als die alte und damit die längste im Kanton. Zudem verläuft sie neu über zwei Stockwerke und einen Zwischenboden. Um sich bei der Streckenführung inspirieren zu lassen, ist Dinkel Kartbahnen in Italien, Deutschland und Österreich Test gefahren. «Je abwechslungsreicher, desto grösser der Fahrspass», sagt der Effretiker. Entscheidend ist dabei die Abfolge verschiedener Kurventypen. Es brauche sowohl Haarnadelkurven wie auch Schlangenlinien und erst recht lang gezogene Kurven, die mit viel Tempo gefahren werden. Damit Überholmanöver möglich sind, wird die Piste mindestens sechs Meter breit. Auch der Belag spielt eine Rolle. Hartbeton, wie beispielsweise auf der Kartbahn in Rümlang, ist relativ rutschig. «Wir bleiben beim etwas griffigeren Teer», sagt Haller.

Neu wird auch die Gokartflotte mit 26 eigens entwickelten Flitzern mit Turbokopf, die mit ihren 7 PS bis zu 60 km/h auf die Matte bringen. Die Galerie mit einer wesentlich besseren Bahnübersicht soll die Wartezeiten etwas versüssen. Einziger Wermutstropfen: Weil das Geld nicht reichte, wird ein Aussenbereich erst in gut einem Jahr nachgebaut.

Freunde mussten einspringen

Wer seine Geldgeber sind, verrät Dinkel nicht. «Als am Schluss die Zeit knapp wurde, haben mir auch Freunde etwas geliehen.» Auch vom aktuell tiefen Zinsniveau habe seine El-Kart AG profitiert. Mindestens 50 000 Fahrten pro Jahr seien nötig, damit das neue Tempo-Drom rentiere, gleich viele wie vorher. Die Preise (25 Franken pro 8 Minuten) werde man, wenn, dann nur moderat erhöhen. Dinkel glaubt, dass das neue Tempo-Drom rasch anlaufen wird. «Wir sind mit dem Auto besser erreichbar und haben dank eigener Garage kein Parkplatzproblem mehr.» Parkplätze waren letztlich der Grund, warum das Tempo-Drom den Lagerplatz verlassen hat. Die Arealbesitzerin, die Basler Stiftung Abendrot, will dort die Anzahl oberirdischer Parkplätze massiv reduzieren und musste der El-Kart AG kündigen. Mit den neuen Nachbarn des House of Sounds hat man eine einvernehmliche Lösung gefunden, um den Mehrverkehr durch die Besucher zu regeln. Für das Wegrecht hat Dinkel dem Nachbarn eine 600-Quadratmeter-Freifläche abgetreten.