Mit der Initiative der Partei der Arbeit (PdA) sollen alle städtischen Sportanlagen kostenlos werden – sowohl für die Bevölkerung als auch für kleine Sportvereine mit Einnahmen unter 100'000 Franken. Die PdA begründete die Initiative damit, dass Eintrittspreise und Gebühren niemanden daran hindern dürfen, sportlich aktiv zu sein.

Der Stadtrat hält dem entgegen, dass in Bevölkerungsbefragungen nur gerade 1 Prozent der Nichtsportler finanzielle Gründe für ihre sportliche Inaktivität angeben, wie er am Mittwoch mitteilte. Über 70 Prozent der Zürcher würden das Preis-Leistungs-Verhältnis der öffentlichen Sportanlagen hingegen als gut oder sehr gut beurteilen.

Kein "Badetourismus" aus der Agglo

Ausserdem befürchtet der Stadtrat eine unerwünschte Sogwirkung für Auswärtige. Denn vom Gratisangebot würden auch sie profitieren. Er denkt dabei beispielsweise an die Hallenbäder und Freibäder, die bereits heute schon stark ausgelastet sind und allein durch das Bevölkerungswachstum in Zukunft noch mehr Besucher erhalten.

Vor diesem Hintergrund sei es nicht wünschenswert, dass es zusätzlich zu einem "Badetourismus" aus der Agglomeration nach Zürich komme, heisst es weiter.

Zudem würde die neue Gebührenregelung für Sportorganisationen für mehr als 300 Sportvereine Unsicherheit schaffen, "da die Kriterien für die Gebührenbefreiung und -festlegung nicht sachgerecht und praktikabel sind".

Lebenslange sportliche Betätigung fördern

Auch würden die bei einer Annahme der Initiative entgehenden Einnahmen von jährlich 10 bis 15 Millionen Franken für die zielgerichtete Sportförderung fehlen.

Der Stadtrat betonte in seiner Begründung, dass es das Hauptziel der städtischen Sportförderung sei, die lebenslange sportliche Betätigung möglichst vieler Menschen in der Stadt zu fördern. "Dafür stellt die Stadt zahlreiche Sport- und Badeanlagen, weitere sportlich nutzbare Infrastruktur und Sportangebote kostenlos oder stark vergünstigt zur Verfügung."