Die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich reichte gegen das Urteil des Obergerichts Beschwerde ein. Sie beantragte, der Entscheid sei zur nochmaligen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Der Grund: Das Absehen von einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe für den Mord sei bundesrechtswidrig.

Die Staatsanwaltschaft begründet ihre Beschwerde damit, dass in Fällen, in denen eine Freiheitsstrafe von mehr als 20 Jahren angemessen erscheine, eine lebenslängliche auszusprechen sei.

Das Bundesgericht stützt das Urteil des Obergerichts. Dieses sei bei der Bemessung der Strafe der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gefolgt und habe innerhalb seines Ermessensspielraums gehandelt.

Offene Frage

Das Strafgesetzbuch sieht für Mord eine Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren oder eine lebenslängliche Freiheitsstrafe vor. Eine zeitlich festgelegte Freiheitsstrafe darf jedoch nicht mehr als 20 Jahre dauern. Nur wo ausdrücklich bestimmt, dauert sie lebenslänglich.

Das Bundesgericht lässt in seinem Urteil offen, unter welchen Voraussetzungen bei einer Verurteilung wegen Mordes statt einer zeitlich festgelegten Freiheitsstrafe von höchstens 20 Jahren eine lebenslängliche Freiheitsstrafe auszufällen ist. (sda)