Krippenkunsthandwerk
Ausstellung «Weihnachten und Krippen» im Landesmuseum Zürich

Eine Auswahl an Weihnachtskrippen zeigt das Landesmuseum Zürich auch in diesem Jahr. Der Schwerpunkt liegt diesmal beim traditionellen Schweizer Krippenkunsthandwerk.

Merken
Drucken
Teilen
Ausstellung: «Weihnachten und Krippen» im Landesmuseum
6 Bilder
Holzschnitzerei. Die Herstellung von Holzwaren hat im Erzgebirge (Sachsen, D) eine lange Tradition. Am Anfang war das Schnitzen eine Freizeitbeschäftigung der Bergleute, nach dem Rückgang des Bergbaus wurde daraus eine wichtige Erwerbsquelle. Die Klasse für Kunstgewerbe in Dresden ging um 1930 neue Wege bei der Gestaltung von Krippen. Die Figuren und der einfache Stall entstanden nach modernen Vorlagen.
Jesus in der Futterkrippe. Das Jesuskind hat die Grösse eines Neugeborenen und ist mit seinem schönen Gesichtchen im Stil der Nazarenischen Schule gestaltet. Es gehörte ehemals zu einem grösseren Krippenensemble in einer Kirche. Bereits in der Futterkrippe empfängt es mit seinen weit ausgestreckten Armen die Gläubigen.
Figuren aus Roggenstrohhalmen. Anny Hoppler, aus Rottenschwil im Freiamt, fertigte die Figuren aus Roggenstrohhalmen an. Die gelernte Schneiderin kam auf dem Bauernhof ihrer Schwiegereltern zum ersten Mal mit der Strohverarbeitung in Kontakt. Hier wurde seit Jahrzehnten Roggenstroh für die Strohindustrie angebaut. Als Autodidaktin erlernte sie das Strohflechten und belieferte während 38 Jahren das Heimatwerk mit ihren kunstvoll gearbeiteten Strohsternen. Seltener sind ihre Krippenfiguren.
Keramikkrippe. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist Ton das meistverwendete Material für die Herstellung von Krippenfiguren. Die Figuren entstehen als Einzelstücke und werden oft von Hand modelliert. Neben der Holzkrippe gehört die Keramikkrippe neu zu den beliebtesten Krippenarten. Im Aufbau erinnern die hier ausgestellten Figuren mit den gesichtslosen Köpfen und den körperbildenden Gewändern an die bekleideten Krippenfiguren.
Kartonkrippe. In Tschechien war es ein alter Brauch, an der Weihnachtsfeier im Familienkreise auf Karton gemalte Krippenfiguren aufzustellen. Seit dem 17. Jahrhundert bildeten sie einen günstigen Ersatz für die plastischen Holzfiguren. Typisch für die Tschechische Papierkrippe ist ihre dicht gestaffelte Aufstellung mit Dutzenden von Figuren. Beim Aufbau werden die Figuren von hinten nach vorne ins getrocknete Moos eingesteckt. Die Krippe erhält damit die gewünschte Tiefe.

Ausstellung: «Weihnachten und Krippen» im Landesmuseum

Schweizerisches Nationalmuseum

«Weihnachten und Krippen» im Landesmuseum zeigt dieses Jahr 23 Krippen, die mehrheitlich aus der Schweiz stammen und selten ausgestellt werden.

Darunter ist eine Grosskrippe mit 50 bis 80 Zentimeter grossen Figuren aus dem Kloster St. Anna in Luzern, die zu den früheren Kirchenkrippen zählen. Im Gegensatz dazu steht eine Zürcher Porzellankrippe aus dem Jahre 1785 für das spätere Aufkommen der kleinformatigen Krippen im Privathaushalt. Ein Rahmenprogramm mit Basteln, Laternenführung und dem Besuch des Samichlaus rundet die Ausstellung ab.

Die Ausstellung dauert vom 28. November 2014 bis zum 4. Januar 2015. (az/sda)