Der Zürcher Stadtrat beantragt dem Gemeinderat, das Vermittlungs- und Rückführungszentrum für Drogenabhängige (VRZ) aufzuheben. Das Vermittlungs- und Rückführungszentrum besteht seit 1993 und wird seit 1999 von der Stadt Zürich in eigener Regie betrieben.

Kanton verlangt kostendeckende Miete

Es hat unter anderem die Aufgabe, Drogenabhängige, die in der offenen Drogenszene verkehren, zu betreuen und wenn möglich in ihre Wohnsitzgemeinde zurückzuführen. Während 1995, nach der Schliessung der offenen Drogenszene am Letten, jährlich rund 7000 Klienten zugeführt wurden, rechnet man im laufenden Jahr mit knapp 800, wie der Stadtrat gestern mitteilte. Ein wichtiger Grund für die rückläufige Entwicklung sei das Polizeigesetz von 2009, das neu Wegweisungen ermöglicht. Bisher hatte der Kanton die Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung gestellt.

Ab 2012 verlangt er eine kostendeckende Miete von 264000 Franken pro Jahr. Damit steigen laut Stadtrat die Kosten inklusive Betreuung um einen Viertel auf rund 1,25 Millionen Franken. Der Stadtrat beantragt deshalb dem Gemeinderat, den Betrieb per Ende Juni 2012 einzustellen.

Neu in Ausnüchterungsstelle

Drogenabhängige, die sich oder andere gefährden, sollen neu durch die Zentrale Ausnüchterungsstelle (ZAS) aufgenommen werden. Die ZAS wird seit Mitte März 2010 im Zellentrakt des Amtshauses I im Rahmen eines bis März 2012 befristeten Pilotprojektes betrieben. Nun will der Stadtrat in einem weiteren Pilotversuch die Öffnungszeiten der ZAS schrittweise erweitern und das medizinische Angebot ausbauen.

Ab März 2015 soll dann die neue Ausnüchterungs- und Betreuungsstelle als definitive Einrichtung in neuen Räumlichkeiten geführt werden. Dafür sucht die Stadt einen geeigneten Ort. (sda)