Arbeitsmarkt
Ausgesteuerte: Stadt und Kanton bauen Projekt aus

Das Projekt «Coaching für Ausgesteuerte» unterstützt Arbeitslose, die keinen Anspruch mehr haben auf Leistungen der Arbeitslosenhilfe. Dieser Beratungsdienst bauen Stadt und Kanton nun aus.

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Stadt und Kanton bauen ihr Angebot für Ausgesteuerte aus. Das Ziel: Betroffene Personen sollen gar nicht erst ausgesteuert werden müssen (Archiv)

Stadt und Kanton bauen ihr Angebot für Ausgesteuerte aus. Das Ziel: Betroffene Personen sollen gar nicht erst ausgesteuert werden müssen (Archiv)

Keystone

2013 haben das Sozialdepartement und das kantonale Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) das Projekt «Coaching für Ausgesteuerte» ins Leben gerufen. Mit Erfolg. Nun bauen die Stadt und der Kanton das Projekt zur «Sozialberatung im RAV» aus, wie sie in einer Mitteilung schreiben. Neu bieten sie für alle Stellensuchende eine Sozialberatung an.

Frühzeitig gegen eine Aussteuerung ankämpfen

Mit dem neuen Angebot sollen mögliche soziale Schwierigkeiten, die bei der Stellensuche hinderlich seien, identifiziert und bewältigt werden. «Das Ziel besteht darin, dass betroffene Personen nicht ausgesteuert werden und später auch keine Sozialhilfe beziehen müssen», teilen Stadt und Kanton mit. "Es lohnt sich, frühzeitig individuelle Unterstützung anzubieten", sagte die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh an einer Medienkonferenz.

Während zwei Jahren hat das «Coaching»-Projekt Ausgesteuerte durch eine Kombination von persönlicher Hilfe und Arbeitsvermittlung geholfen, zurück in den Arbeitsmarkt zu finden. Zwei Regionale Arbeitsvermittlungszentren (RAV) in der Stadt Zürich waren daran beteiligt. Ein Viertel der Ausgesteuerten - 242 Personen - der beiden beteiligten RAV machten vom Angebot Gebrauch und liessen sich beraten. 30 Prozent von ihnen fanden während des Coachings wieder eine Stelle. "Wir sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen", sagte Edgar Spieler, Leiter Bereich Arbeitsmarkt beim AWA, vor den Medien.

Um noch mehr Menschen zu erreichen und den Bedarf noch besser abzudecken, haben Stadt und Kanton Zürich die Idee deshalb jetzt noch weiterentwickelt. Neu sollen nicht mehr nur die Ausgesteuerten sondern alle Stellensuchenden von der Sozialberatung unterstützt werden.

"Oft reicht schon ein Gespräch""Die Personalberater im RAV haben eine wichtige Funktion", sagte Sandra Müller, Projektleiterin bei den Sozialen Diensten. Sie sind es nämlich, die bei den Stellensuchenden mögliche Probleme frühzeitig erkennen müssen und ihnen eine Sozialberatung empfehlen sollen. "Oft reicht dann schon ein Gespräch", sagte Müller.

Wie für das Pilotprojekt stehen für die "Sozialberatung im RAV" insgesamt 150 Stellenprozent zur Verfügung. Weil die Erfahrung gezeigt hat, dass ein Coaching viel weniger lang dauert als angenommen, wollen Stadt und Kanton die bestehenden Ressourcen gezielter und für mehr Menschen einsetzen.

Die 150 Stellenprozent werden auf die fünf Sozialzentren der Stadt Zürich aufgeteilt. Jedes dieser Zentren schickt einen Sozialarbeiterin oder eine Sozialarbeiterin für ein gewisses Pensum pro Woche als Unterstützung in die Arbeitsvermittlungszentren. Ab 2016 soll der Dienst in allen sechs RAV der Stadt angeboten werden. (ssu/sda)