Abfall
Aus Stadtzürcher Abfall wird nun sämtliches Metall zurückgewonnen

Seit rund 100 Tagen wird die Kehrichtschlacke im Kehrichtheizkraftwerk Hagenholz in Zürich neu verarbeitet: Aus dem Abfall kann neu das gesamte Metall zurückgewonnen und als Rohstoff verkauft werden.

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Abfallsack der Stadt Zürich

Abfallsack der Stadt Zürich

Keystone

Im verbrannten Abfall - der sogenannten Kehrichtschlacke - befinden sich Metalle: Im Kehrichtheizkraftwerk Hagenholz in Zürich fallen jährlich gegen 52'000 Tonnen Kehrichtschlacke an, worin noch rund 6000 Tonnen Metall enthalten sind. Die Metalle gelangten meist als Verbundstoffe in Verbindung mit Plastik, Stoff oder Karton in den Abfallsack.

In der Vergangenheit wurde die heisse Schlacke mit Wasser gekühlt, was zu Verklumpungen führte. Danach liessen sich nur knapp 70 Prozent des Metalls zurückgewinnen.

Mit dem neuen Verfahren sind es nun nahezu 100 Prozent: Die Schlacke im Hagenholz wird nun ohne Wasserzugabe gekühlt. In Hinwil im Zürcher Oberland wird die Schlacke daraufhin in einer modernen Aufbereitungsanlage vom Metall getrennt.

Positive Bilanz

Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ) zog am Dienstag vor den Medien nach 100 Tagen eine erste positive Bilanz: Das neue Verfahren ergänze die Anstrengungen der Bevölkerung bei der Sammlung von Kleinmetall in idealer Weise, heisst es in einer Medienmitteilung.

Die Änderungen lohnen sich auch finanziell: Das zurückgewonnene Metall werde als Rohstoff verkauft, und die von Wertstoffen befreite Schlacke könne zudem günstiger als früher deponiert werden, teilte ERZ mit.

Die Stadtzürcher Stimmberechtigten hatten für die erforderliche Anpassung der Hagenholz-Anlagen im März 2015 einen Objektkredit von 38,9 Millionen Franken bewilligt.