Die Anschläge auf Frankreich verunsichern nicht nur die französische Bevölkerung, sondern auch die Touristen. Allein im Raum Paris sind die Hotelumsätze in diesem Sommer um rund 15 Prozent gefallen. Auch die Berufsmaturitätsschule Zürich zieht ihre Konsequenzen aus der Terrorattacke in Nizza: Die geplante Sprachreise nach Montpellier wurde abgesagt.

In einem Brief an die Schüler, welcher dem "Tagesanzeiger" vorliegt, schreiben sie, das Attentat habe gezeigt, dass nicht mehr nur Paris Ziel von Terroranschlägen sein könne, sondern ebenso andere grössere Städte – auch in Südfrankreich. «Da ihre Sicherheit höchste Priorität geniesst, haben wir uns daher schweren Herzens dazu entschlossen, den diesjährigen Sprachaufenthalt abzusagen.»

"Absage sendet falsches Zeichen"

Doch nicht alle Schüler, die an der Reise teilgenommen hätten, können den Entscheid der Schule nachvollziehen. Auch der Vorgesetzte einer Lernenden, Jörg Trümpy, welcher die Tösstal-Apotheke in Bauma führt, zeigt wenig Verständnis: "Die Absage sendet ein völlig falsches Zeichen". Man dürfe sich nicht von terroristischen Anschlägen einschüchtern lassen, das sei schliesslich Ziel der Terroristen. Mit dem Verzicht auf den Sprachaufenthalt würde die Schule aber genau das fördern.

Diese wiederum stellt klar, dass es keine einfache Entscheidung gewesen sei, allerdings hätten sich die Attentate in Frankreich gehäuft und die Sicherheit der knapp 100 Schüler sei ihrer Ansicht nach nicht gewährleistet gewesen. Der französische Premierminister Manuel Valls hatte nach dem Nizza-Attentat vor weiteren möglichen Anschlägen in Frankreich gewarnt. 

"Wir standen unter Zeitdruck, da wir keine unnötigen Stornierungskosten riskieren wollten", sagte Stephan Meyer, Rektor der Berufsmaturitätsschule, gemäss "Tagesanzeiger". Der Brief sei fünf Tage nach dem Nizza-Attentat verschickt worden. Nach Angaben des Rektors haben sich auch andere Schulen dazu entschlossen, die Sprachreise abzusagen. Die Partnerschule in Montpellier habe Verständnis für den Entscheid gezeigt.