Fall Mörgeli
Aufsichtskommission des Kantonsrats schaltet sich in Fall Mörgeli ein

Die Aufsichtskommission Bildung und Gesundheit (ABG) will die Ereignisse an der Universität Zürich im Fall Mörgeli noch vor Abschluss der straf- und personalrechtlichen Verfahren untersuchen.

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Entgegen ihres Entscheides von vor einem Jahr will die ABG im Fall Mörgeli nun doch im Rahmen ihrer Oberaufsichtstätigkeit die Vorfälle um das medizinhistorische Institut und Museum untersuchen, wie die Kommission in einer Medienmitteilung schreibt.

Die ABG erachte es als «notwendig», dass die aufsichtsrechtliche Aufarbeitung jetzt noch vor Abschluss der straf- und personalrechtlichen Verfahren durchgeführt werde. Man wolle den laufenden Verfahren jedoch nicht vorgreifen.

Unter der Leitung von Christoph Ziegler (GLP) wurde eine fünfköpfige Subkommission von der ABG mit dem Fall beauftragt.

Vertrauliche Information an den «Tages-Anzeiger»

Ausgelöst wurde die Affäre Mörgeli im Spätsommer 2012 durch Artikel im «Tages-Anzeiger», in dem aus einem damals noch nicht freigegebenen Akademischen Bericht zitiert wurde. Es ging dabei um eine schlechte Beurteilung von Mörgelis Tätigkeit als Leiter der Museums. Der Titularprofessor wurde dann wegen ungenügender Leistungen und illoyalen Verhaltens entlassen.

Der Fall zog weitere Kreise. Er führte nun vor zwei Wochen zur Entlassung von Iris Ritzmann, der stellvertretenden Leiterin des Medizinhistorischen Instituts, sowie zum vorzeitigen Rücktritt von Uni-Rektor Andreas Fischer.

Der Titularprofessorin Ritzmann wirft die Universität vor, dem «Tages-Anzeiger» vertrauliche Informationen zugespielt und schwerwiegende Loyalitätsverletzungen begangen zu haben.

Rund 600 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler setzten sich in einem Zeitungsinserat vom letzten Freitag gegen die Entlassung zur Wehr und kritisierten die Universität. Fischer trat «aus Angst und Sorge um die Reputation der Universität» früher als geplant vom Amt als Rektor zurück.

(pas/sda)

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