Kirche

Aufruf von Papst wirkt: Katholische Kirche Zürich nimmt Flüchtlinge auf

Die katholische Kirche engagiert sich vermehrt für Flüchtlinge.

Die katholische Kirche engagiert sich vermehrt für Flüchtlinge.

Der Synodalrat und der Generalvikar der Katholischen Kirche im Kanton Zürich fordern die Kirchgemeinden auf, Wohnraum für Flüchtlinge bereit zu stellen. Dem Kanton bietet die Kirche an, ihn bei der Suche nach Unterkünften zu unterstützen.

In einem ersten Schritt haben Synodalrat und Generalvikar Josef Annen beschlossen, im früheren Sitz der Weihbischöfe an der Zürcher Schienhutgasse dem Kanton eine Wohnung zur Verfügung zu stellen. Die Räume sollen vorab für die Dauer von zwei Jahren einer Flüchtlingsfamilie Unterkunft bieten, wie die Katholische Kirche und die Sicherheitsdirektion am Mittwoch gemeinsam mitteilten.

Erst vor wenigen Tagen hat Papst Franziskus während des Angelus-Gebets auf dem Petersplatz in Rom die katholische Kirche zur Aufnahme von Flüchtlingen aufgefordert. Dabei sprach das Kirchenoberhaupt nicht um den heissen Brei herum: "Ich appelliere an alle Pfarreien, religiösen Gemeinschaften, Klöster und Wallfahrtsorte in ganz Europa, eine Flüchtlingsfamilie aufzunehmen", sagte der für seine Direktheit bekannte Franziskus.

Generalvikar Josef Annen

Generalvikar Josef Annen

Abklärungen für weitere mögliche Wohnobjekte in kirchlichen Liegenschaften sind demnach in Abklärung. Zudem beschloss der Synodalrat, neu entstehende Migrations-Gemeinschaften, welche bislang über keine bestehenden Strukturen in der Schweiz verfügen, mit 50'000 Franken zu unterstützen.

In Ihrem Schreiben fordern Synodalrat und Generalvikar die Pfarrer, Pfarreibeauftragten und die Präsidien der Kirchenpflegen nicht nur dazu auf, Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge bereit zu stellen. Sie ermuntern sie auch, Plätze für Pflegekinder zu suchen sowie Betreuungsangebote aufzubauen oder weiterzuführen.

Laut Mitteilung nimmt der Kanton das Angebot der Katholischen Kirche dankbar an, ihn bei der Suche nach Wohnraum für Flüchtlinge zu unterstützen.

Das Angebot entspreche "genau dem, was wir derzeit am Dringendsten brauchen: Wohnraum sowie etwas 'Starthilfe' für Flüchtlinge, die in unserem Land bleiben und hier eine neue Existenz aufbauen können", wird Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) in der Mitteilung zitiert.

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