Kantonsrat
Aufnahme ins Kurzgymi: Vorleistungen sollen weiter zählen

Bei der Aufnahme ins Kurzgymnasium sollen die Vorleistungen der Sekundarschülerinnen und -schüler weiterhin eine Rolle spielen. Diese Haltung vertritt eine hauchdünne Mehrheit des Zürcher Kantonsrates.

Merken
Drucken
Teilen
Gleiche Chancen für alle im Züricher Bildungssystem. (Archiv)

Gleiche Chancen für alle im Züricher Bildungssystem. (Archiv)

Keystone

Ob sie sich mit ihrem Vorschlag durchsetzen kann, wird sich allerdings erst bei der Redaktionslesung in einigen Wochen zeigen.

Vorgeschlagen hatte die Gesetzesänderung die Kommission für Bildung und Kultur (KBIK). Sie reagierte damit auf eine Parlamentarische Initiative (PI) von Grünen, EVP und SP. In welcher Form die Vorleistungen künftig wieder zu berücksichtigen sind, lässt die KBIK offen.

Den Antrag der CVP, nicht auf die Vorlage einzutreten, lehnte das Parlament knapp mit 80 zu 79 Stimmen ab. Für Eintreten stimmten SP, Grüne, Grünliberale, EVP und EDU.

Die bürgerlichen Fraktionen der SVP, FDP, CVP und BDP wollten dagegen die ganze Vorlage versenken. Ihrer Meinung nach gibt es keinen Grund, ein geändertes Verfahren bereits wieder zu ändern, bevor es überhaupt umgesetzt ist. Zuerst müssten Fakten und Erfahrungen gesammelt werden, sagte etwa Corinne Thomet (CVP, Kloten).

Für bildungspolitische Kurskorrektur

Folgt der Rat auch in der zweiten Lesung der KBIK, würde er einen früheren Beschluss des Regierungsrates umstossen. Dieser hatte im März 2012 entschieden, das Reglement für die Aufnahme an Mittelschulen ab Schuljahr 2015/16 zu ändern und künftig auch Sek-B-Schüler zur Gymiprüfung zuzulassen. Damit sollte die Chancengleichheit erhöht werden.

Als Folge davon könne nicht mehr wie bisher auf die Erfahrungsnote abgestellt werden, hiess es damals. Die Noten der Sek-Abteilungen A und B seien aufgrund unterschiedlicher Voraussetzungen nicht vergleichbar, begründete der Regierungsrat seinen Entscheid.

Im Gegenzug sollten die kostspieligen privaten Vorbereitungskurse für alle zugänglich gemacht werden. Der Kantonsrat trat im Februar 2013 allerdings nicht einmal auf die Vorlage ein.

Daraufhin forderten Grüne, EVP und SP in einer PI, die Aufnahmeprüfung ins Kurzgymnasium abzuschaffen. Die Initiative wurde im Juni 2013 mit 61 Stimmen knapp vorläufig unterstützt.

Die Initiative geht der Mehrheit des Kantonsrates jedoch zu weit, wie sich am Montag deutlich zeigte. An der Abschaffung der Prüfung hielten nur noch die Grünen fest, während die anderen Befürworter der abgeänderten PI der KBIK den Vorzug gaben.

Chancengleicher Zugang als Ziel

Der Entscheid des Regierungsrates, künftig auf Vornoten zu verzichten, sei damals im Rat auf viel Unverständnis gestossen, sagte KBIK-Präsident Ralf Margreiter (Grüne, Zürich). Vornoten seien ein Indikator mit hohem Aussagewert.

Die Beschränkung auf die Prüfung würde dagegen laut Margreiter unweigerlich zu Fehlzuteilungen führen. Statistisch verlässliche Vorhersagewerte wie Vornoten oder andere Vorleistungen würden nicht berücksichtigt.

Dafür würden der Tagesform oder der Prüfungsangst eine noch grössere Rolle zukommen als heute schon. Der KBIK-Vorschlag würde im Mittelschulgesetz Eingang finden, wie der Kommissionspräsident sagte.